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Prof. Dr. Corinna Hößle

Institut für Biologie und Umweltwissenschaften

+49 441 798-3639

Schüler zum Nachdenken anregen

Die Biologidiaktikerin Prof. Dr. Corinna Hößle erforscht, wie Schüler ethische Bewertungskompetenzen erlangen. Im Kurzinterview erklärt sie, wie Experimente Schülern den Klimawandel nahebringen und warum das wichtig ist.

Frau Hößle, warum ist der Klimawandel ein Thema für den Schulunterricht?

Weil er real ist. Kinder und Jugendliche werden sich der Bedrohung zunehmend bewusst. Das zeigt aktuell ja auch die „Fridays for Future“- Bewegung um die schwedische Schülerin Greta Thunberg, der sich immer mehr junge Menschen anschließen. 

Wie sollte das Thema im naturwissenschaftlichen Unterricht aufgegriffen werden?

Dazu habe ich gemeinsam mit meinen Didaktik-Kollegen aus der Chemie und Physik Unterrichtsmaterialien entwickelt. Es reicht eben nicht, den Schülern nur vom Klimawandel zu erzählen, sie müssen ihn selbst erleben können – beispielsweise beim Experimentieren. Man könnte zum Beispiel Muschelgehäuse in übersäuertes Wasser legen und zusehen, wie sie sich auflösen. Die Übersäuerung der Meere ist eins der größten Probleme, die die globale Erwärmung mit sich bringt.

Ist das nicht zu bedrohlich?

Das Experiment bleibt ja nicht alleinstehen. Die Lehrkräfte besprechen die Ergebnisse mit der Klasse. Dabei regen sie die Schüler auch zum Nachdenken an: Was kann ich gegen den Klimawandel tun? Das nennen wir Didaktiker ‚ethisches Bewerten‘. Da kommen schnell einige Ideen zusammen, zum Beispiel öfter mit dem Rad zu fahren oder weniger Fleisch zu essen. Das ist die zentrale Botschaft: Jeder von uns kann etwas tun. 

Das klingt nach Einschränkung. Wie kommt das bei den Jugendlichen an? 

Ich glaube nicht, dass es Einschränkung ist und das sollten wir auch den Schülern vermitteln:  Ich kann mich klimasensibel verhalten, ohne dass es mir wehtut. Menschen wie Greta Thunberg leben es vor. Das sind Vorbilder, die Jugendliche ansprechen. Ich glaube sogar, dass das, was gesellschaftlich gerade passiert – auch hervorgerufen durch gute Bildung –, mindestens ebenso stark ist wie die politische Macht, wenn nicht sogar stärker.

Pres9kse & Komdwmuniplzvekatie2ahon (presse@ufww+rol.dggewr) (Stand: 07.11.2019)