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Unsere Arbeit
Welchen Einfluss haben benachteiligte Kindheitserfahrungen – wie z.B. Traumata, emotionale Vernachlässigung, Drogenkonsum der Mutter oder späterer eigener Drogenkonsum – auf die individuelle Entwicklung? Können frühe Benachteiligungen, beginnend im Mutterleib, die zukünftige mentale Gesundheit eines Kindes beeinflussen? Außerdem, halten diese Auswirkungen über mehrere Generationen hinweg an? Sind diese Auswirkungen auf molekularer Ebene nachweisbar, beispielsweise durch biologische Marker wie Methylierungsveränderungen oder durch eine Kaskade von Veränderungen in neurohormonellen sowie Neurotransmittersystemen, die letztlich die emotionale Regulierung und das Verhalten eines Kindes prägen?
Unsere Forschung konzentriert sich darauf, zu verstehen, wie frühkindliche Belastungen die psychische Gesundheit beeinflussen, indem wir Kinder von der pränatalen Phase bis zum Jugendalter begleiten. Durch die Untersuchung dieser frühen Erfahrungen wollen wir wichtige Entwicklungsverläufe sowohl hinsichtlich Risiken als auch Resilienz identifizieren und dabei kritische Phasen hervorheben, in denen zeitnahe und gezielte Interventionen die Ergebnisse erheblich verändern können.
Wir beginnen mit der Untersuchung der pränatalen Phase, einer für die Entwicklung des Kindes grundlegenden Zeit. Hier untersuchen wir die Auswirkungen von Frühgeburten, psychiatrischen Störungen der Mutter sowie Traumata und Substanzkonsum der Mutter. Im Rahmen von Längsschnittstudien beobachten wir Kinder über einen längeren Zeitraum hinweg, um die langfristigen Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung und das Verhalten zu bewerten. Ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf den epigenetischen Mechanismen, die pränatale Einflüsse vermitteln und neurophysiologische und neurohormonelle Funktionen in einer Weise verändern können, die sich auf die spätere psychische Gesundheit auswirkt.
Neben pränatalen Einflüssen befasst sich unsere Forschung auch mit der Symptomausprägung psychischer Probleme in der frühen Kindheit, insbesondere in den entscheidenden ersten sechs Lebensjahren. Wir untersuchen, wie kleine Kinder mit Widrigkeiten und Traumata umgehen, um unser Verständnis der Ätiologie, der Symptomentwicklung und der besonderen Merkmale von traumabedingten Störungen in der frühen Kindheit zu verbessern. Dieses Wissen ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung von Diagnose- und Behandlungsansätzen für kleine Kinder, die frühkindliche Traumata erlebt haben. Unser Fokus erstreckt sich auch auf den Verlauf von Traumata und posttraumatischen Belastungsstörungen während der Kindheit und Jugend.
Schließlich wenden wir uns Jugendlichen zu, die mit Substanzgebrauchsstörungen zu kämpfen haben, einer der am stärksten gefährdeten und oft stark traumatisierten Gruppen. Unsere Forschung untersucht die Entwicklung von Sucht in dieser Bevölkerungsgruppe und beleuchtet dabei die Rolle von gleichzeitig auftretenden psychiatrischen Störungen sowie die neurokognitiven Veränderungen, die aus chronischem Substanzgebrauch resultieren und zu diesem beitragen. Durch das Verständnis dieser komplexen Herausforderungen wollen wir Therapien entwickeln und evaluieren, die eine umfassende und wirksame Behandlung für Jugendliche mit Substanzgebrauchsstörungen bieten.