Forschungsprojekte

Online-Kommentar zu Michael Endes „Die Unendliche Geschichte“ (1979)

DFG-Projekt

In Anschluss an die sich derzeit ausbildende Michael-Ende-Forschung verfolgt das Projekt das Ziel, einen digitalen Kommentar zur „Unendlichen Geschichte“ zu erstellen. Derzeit gibt es keine Ausgaben von Endes Texten, die editionswissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Dies gilt insgesamt für die deutschsprachige Kinder- und Jugendliteratur. Das Projekt sondiert in einem ersten Schritt, wie ein Kommentar für einen jugendliterarischen Roman aussehen könnte. In einem zweiten Schritt werden – in einer textgenetischen Perspektive – die unterschiedlichen Vorstufen und Varianten, die sich im Deutschen Literaturarchiv Marbach und in der Internationalen Jugendbibliothek München befinden, dokumentiert und ausgewertet. Sie werden im Rahmen der Projektwebsite auch für die weitere Forschung zur Verfügung gestellt. Erkenntnisse der Textgenese fließen in den Stellenkommentar ein. 

Mit dem Projekt werden zudem Desiderata der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteraturforschung adressiert: So können im Projekt die Standards für eine kommentierte digitale Edition von kinder- und jugendliterarischen Texten reflektiert und erprobt werden. Ferner kann das Projekt Aufschluss darüber geben, wie wissenschaftlich gut nutzbare und digital verfügbare Kommentare von rechtebewehrten Texten gelingen können. Insofern kann das Projekt auch eine Antwort auf die Frage bieten, wie man mit rechtebewehrten Texten der Gegenwartsliteratur im Rahmen digitaler Editions- und Kommentarprojekte umgehen kann. 

Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Boyken
Mitarbeiterin: Dr. Sarah Gaber

Kooperationspartner: Prof. Dr. Klaus Müller-Wille (Universität Zürich), Prof. Dr. Gerhard Lauer (Universität Mainz)
Förderung: DFG
Förderlaufzeit: Februar 2026 bis Januar 2029 

Biopolitik im Wiener Feuilleton der Zwischenkriegszeit. Close Readings und quantitative Analysen von Zeitungen

DFG-Projekt

Das von der DFG geförderte Forschungsprojekt widmet sich aus literatur- und wissensgeschichtlicher Perspektive und unter Einsatz von Verfahren der Digital Humanities und der Computerlinguistik dem Feuilleton Wiener Tageszeitungen der Zwischenkriegszeit. Im Zentrum der Untersuchung steht das biopolitische Wissen, insbesondere Diskurse um Eugenik, Hygiene und Körperkultur, die prägend für die mediale Kultur der Moderne sind. Dem Feuilleton Wiener Tageszeitungen kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu, da die österreichische Metropole in der Zwischenkriegszeit ein Zentrum medizinisch-biologischer Forschung und ihrer populären Vermittlung bildet und als gesellschaftspolitisches Labor für die Reformprojekte der sozialdemokratischen Kommunalregierung des „Roten Wiens“ dient. Im Projekt werden die beiden führenden und für das politische und kulturelle Leben prägenden Wiener Tageszeitungen des frühen 20. Jahrhunderts, die Arbeiter-Zeitung und die Neue Freie Presse, vergleichend untersucht und so das kulturelle und weltanschauliche Spannungsfeld zwischen Austromarxismus und liberal-bürgerlichem Lager in den Blick genommen.
Ein besonderer Fokus liegt auf den in den Zeitungen publizierten literarischen Texten. In der Arbeiter-Zeitung und der Neuen Freien Presse publizierte Romane und Erzählungen von Autor:innen wie Joseph Roth, Leo Perutz, Veza Canetti, Gina Kaus, Rudolf Brunngraber, Karel Čapek, Karl Schönherr und anderen reflektieren in einer bislang kaum erforschten Dimension zeitgenössische Diskurse der Eugenik und Körperkultur. Die Verbindung von Wissensgeschichte mit medien- und gattungsbezogenen Perspektiven auf das Feuilleton soll nicht zuletzt die ästhetische Dimension biopolitischen Wissens in der Moderne des frühen 20. Jahrhunderts ausleuchten.
Mit der im Zuge des Projektes durch die Österreichische Nationalbibliothek durchgeführten Aufbereitung der beiden Zeitungen wird ein umfangreiches digitales Textkorpus vorliegen, mit dem dann auch Verfahren aus Computerlinguistik und Digital Humanities für die datengetriebene wissensgeschichtliche Forschung fruchtbar gemacht werden können.

Projektleitung: Prof. Dr. Urte Helduser
Mitarbeit: Wiebke Gärtner

Kooperationspartner: 
Prof. Dr. Roland Innerhofer (Wien/Linz)
Prof. Dr. Nils Reiter (Universität Köln)

Art der Förderung: DFG, FWF (Weave)

Projektlaufzeit: Oktober 2025 bis September 2028

Mehr Informationen auf den Projektseiten.

Kolportageliteratur. Oldenburger Jahrmarktdrucke des 19. Jahrhunderts im kulturellen und medialen Kontext

Forschungsprojekt, Pro*Niedersachsen / Kulturelles Erbe

Das vom Land Niedersachsen (Pro*Niedersachsen / Kulturelles Erbe) geförderte Forschungsprojekt zielt auf die digitale Erschließung, literaturwissenschaftliche Erforschung und Zugänglichmachung eines einzigartigen kulturellen Erbes Niedersachsens: einer Sammlung von Kleindrucken des 19. Jahrhunderts, die sich im Bestand der Landesbibliothek Oldenburg befinden.

Projektleitung: PD Dr. Christian Schmitt
Kooperationspartnerin: Landesbibliothek Oldenburg
Laufzeit: Oktober 2023 – September 2026

Gefördert mit Mitteln aus zukunft.niedersachsen, dem gemeinsamen Wissenschaftsförderprogramm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung. 

Mehr Informationen auf den Projektseiten.

Nachkrieg und Mittelalter: Kinder- und Jugendliteratur (1945–1970)

DFG-Projekt

Obwohl die Erforschung der Nachkriegsliteratur in den letzten zehn Jahren enorme Konjunktur hat, hat ein Teilbereich bislang kaum Kontur gewonnen: die Kinder- und Jugendliteratur. Dies ist höchst bedauerlich, da die Konzentration auf den literarischen Höhenkamm die Weite und Differenzierung des literarischen Feldes aus dem Blick verliert. Das Projekt leistet zur Erschließung dieses Feldes einen entscheidenden Beitrag. Am Beispiel mittelalterlicher Themen und Motive in der Kinder- und Jugendliteratur zwischen 1945 und 1970 wird das Wechselverhältnis von literarischer Gemachtheit und Einbindung in sozial-gesellschaftliche Verwertungskontexte untersucht. Gerade an diesem Motiv / Thema lassen sich die vielfältigen Austauschprozesse zwischen Erwachsenen- und Kinder- und Jugendliteratur nachdrücklich aufzeigen. Im Forschungsprojekt wird ein anderer Blick auf die Kinder- und Jugendliteratur der Nachkriegszeit durch einen Perspektivwechsel auf systematischer Ebene ergänzt: Kinder- und Jugendliteratur wird als ‚Mischform‘ aus artifiziell-ästhetischen und sozial-gesellschaftlichen Praktiken betrachtet. Es geht hierbei um eine praxeologische Bestimmung der Kinder- und Jugendliteratur als ästhetisch-soziale Praktik.

Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Boyken  
Mitarbeiterin: Sofie Dobbener

Im Rahmen des Projekts ist eine Datenbank entstanden, die die bibliographischen Daten der in der Recherche aufgefundenen mittelaltererzählenden Kinder- und Jugendliteratur bündelt und filtern lässt.

Inklusive Philologie. Literary Disability Studies im deutschsprachigen Raum

DFG-Netzwerk

Ziel des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten wissenschaftlichen Netzwerks ist es, die Perspektive der Literary Disability Studies im deutschsprachigen Raum weiter zu etablieren. Neben der Vernetzung von Wissenschaftler:innen, die an Fragen der Literary Disability Studies interessiert sind, erarbeitet das Netzwerk ein elaboriertes theoretisches Instrumentarium zur literatur- und kulturwissenschaftlichen Erschließung von Figurationen von Behinderung in literarischen Texten und anderen medialen Konfigurationen. Drittens werden literaturgeschichtliche Fallstudien insbesondere zur deutschsprachigen Literatur des achtzehnten Jahrhunderts, der Klassischen Moderne und der Gegenwartsliteratur unternommen, welche die vielgestaltige Repräsentation und Diskursivierung von Behinderung aufzeigen. Damit leistet das Netzwerk einen Beitrag zur theoretischen Profilierung der Literary Disability Studies einerseits und zur Revision des literarischen Kanons unter Disability-Gesichtspunkten andererseits.

Ansprechpartnerin: Urte Helduser

Zu der Projektseite.

(Stand: 07.05.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p99847
Zum Seitananfang scrollen Scroll to the top of the page