Forschungskonzept

Kontakt

Klinikdirektor

Prof. Dr. Alexander Arlt

Sekretariat im Klinikum Oldenburg

Frau Klähn

+49 (0)441 403 2581

+49 (0)441 403 2590

Anschrift

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Fakultät VI - Medizin und Gesundheitswissenschaften
Department für Humanmedizin
Postfach 2503
26111 Oldenburg

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Forschungskonzept

Vision und Struktur

Der Schwerpunkt der Klinik lieg in den Bereichen Endoskopie, Entzündung und Krebs und soll mittelfristig mit dem chirurgischen und onkologischen Partnern für die Weser-Ems Region für diese Krankheitsbilder eine Leuchturmfunktion erhalten.

Diese klinische Expertise nutzend, soll der wissenschaftliche Fokus grundlagenwissenschaftlich im Bereich der gastrointestinalen Inflammation, Karzinogenese und Tumorbiologie liegen.

Dieser Fokus ist der Teil der Potentialbereiche „Onkologie – innovative Diagnostik und Therapie“ und auch „Immunologie chronischer Erkrankungen“ und hat sehr gute Interaktionspunkte für den Studiengang „Molekulare Biomedicine“.

Aus diesem grundlagenwissenschaftlichen Bereich werden translationale Konzepte für eine gezielte therapeutische Beeinflussbarkeit dieser Signalwege erarbeitet werden.

In dem Überschneidungsbereich zwischen Grundlagenwissenschaft und Klinik soll ebenfalls die endoskopische Forschung platziert werden. Die Kenntnis molekularer Zusammenhänge ist hierbei ein großer Vorteil bei der Etablierung neuer bildgebender Verfahren (s.u.) und interventionell-therapeutischer Ansätze (z.B. der RFA-Technik).

Gastrointestinale Onkologie

Fokus der grundlagenwissenschaftlichen Arbeiten ist die Identifikation des Onco-Immuno-Crosstalks im Pankreaskarzinom [siehe Publikationen 7, 8, 9] in translationalen murinen und humanen Cocultur-Organoid Modellen (DFG-Projekt 2020-2022; CCL20 abhängiger Onco-Immuno-Crosstalk im Pankreaskarzinom AR 11/-1). Neben diesem Schwerpunkt steht seit Jahren die inflammatorische Karzinogenese des unteren Gastrointestinaltraktes ebenfalls im Mittelpunkt der eigenen Arbeiten [siehe Publikationen 3, 11, 12, 15].

Die ausgewiesene Expertise für Zytokin vermittelte Prozesse und der involvierten Signalwege weist viele Synergien auf, die zu gemeinsamen Projekten mit den Arbeitsgruppen an der Universität Groningen im Rahmen der „Graduate Research Training Group Translational Research“, „CRCG-DARE“ und „CRCG-GUTS prädestinieren. Die klinisch-onkologische Expertise der universitären Kliniken für Onkologie ist weiterhin hervorragend für die Translation der Ergebnisse in die Klinik geeignet. Letztlich bestehen viele Überschneidungen mit den Arbeiten und grundlagenwissenschaftlichen Projekten von Prof. Bockhorn (Chirurgie).

Translationale gastrointestinale onkologische Forschung

Die Projekte der AG zum Thema Onco-Immuno-Crosstalk im Pankreas stellen translationale Projekte dar, die mit aus Patientenmaterial gewonnenen Organoiden arbeiten. Hier werden die Organoidmodelle auch technologisch fortentwickelt, um die Interaktion des epithelialen Kompartiments mit dem Immunsystem und den mesenchymalen Zellen, zu studieren.  Ziel der Arbeiten ist hier die Identifikation von molekularen Zielen für eine effizientere Therapie der Tumore. Weiterhin soll eine Analyse der zirkulierenden Tumorzellen und freien DNA (Expertise Prof. Bockhorn) erfolgen. Das Modell der Organoide ermöglicht hierbei eine Testung von Therapieoptionen, die deutlich direkter als die Daten anderer präklinischer Modelle auf die klinische Situation übertragbar ist. In Kooperation mit der chirurgischen Klinik und der Onkologie wird eine Teilnahme an klinischen Studien, wie der sich zurzeit in der Initiierungsphase befindlichen CC-GOP-ESPAC 6 Studie zum Pankreaskarzinom, angestrebt. In Überschneidung zu Projekten zur endoskopischen Forschung soll die Endoskopie, eine Plattform für die Bereitstellung von Patientenmaterial für Fragestellungen aller interessierten Arbeitsgruppe am Campus Oldenburg darstellen.

Ziel der translationalen Forschung ist es präklinische Konzepte in klinischen Studien zu überführen. Hierzu bedarf es der engen Verzahnung der präklinischen Forschung mit klinischen Strukturen die z.B. „investigator initiated trails“ (IITs) ermöglichen. Weiterhin werden klinisch initiierte Studien von einem auf hohem Niveau begleiteten wissenschaftlichen Begleitprogramm gestärkt. Über reverse und forward Translationale Konzepte können Wissenschaftsstrukturen etabliert werden, die zur Basis gemeinsamer Verbundprojekte führen wird. Diese translationalen Projekte sollen integrative und interdisziplinär in einem CCC konzipiert und realisiert werden. Therapiestrategien sollen in Kooperation mit den klinisch tätigen Kollegen in frühe klinische Studien überführt werden.

Endoskopische Forschung

Anders als bei der Grundlagenwissenschaft ist die endoskopische Forschung zum einen von einer sehr direkten Kooperation mit der Chirurgie aber auch einer multizentrischen Interaktion geprägt [siehe Publikationen 1, 4, 5, 6, 10, 13, 14, 16]. Im Zentrum der aktuellen Arbeiten liegt zum einen die Weiterentwicklung von Drainage-Therapien bei Flüssigkeitsansammlungen durch Lumen Apposing Metal Stents und zum anderen die Erweiterung des Indikationsspektrums dieser Technik für Enterostomien [siehe Publikationen 2, 16]. Neben diesen Projekten, ist die Diagnostik von Raumforderungen im Bereich des Pankreas und der Gallengänge im Fokus der Forschungsbemühungen. Durch Nutzung der modularen Cholangioskopie können Raumforderungen im Bereich des Gallengangs bereits deutlich besser eingeschätzt werden.

Wie geschildert, sind hier translationale onkologische Studien geplant, in denen die Ergebnisse der Bildgebung molekular verifiziert werden und in Therapiealgorithmen einfließen. Raumforderungen im Bereich der Bauchspeicheldrüse stellen noch immer eine sehr große diagnostische Herausforderung dar. Um hier die diagnostische Sicherheit zu erhöhen, werden verschiedene Projekte verfolgt. Zum einen werden verschiedene Punktionsnadeln prospektiv hinsichtlich der Qualität des gewonnenen Materials untersucht. Weiterhin soll in einem fließenden Übergang zwischen klinischer Versorgung und Wissenschaft versucht werden, unter molekularer Analyse der Zystenflüssigkeit aber auch Gewinnung von Organoiden aus den zystischen Läsionen, hier bessere Grundlagen für eine individualisierte Therapieentscheidung zu schaffen. Die Kooperationsmöglichkeiten, die hier offensichtlich sind, bestehen wie bereits geschildert mit den operativen Kliniken, der Radiologie und der Pathologie.

CED

Ein Schwerpunkt der Arbeiten soll hierbei auf dem Therapiemonitoring der CED Patienten liegen. Dies soll durch Monitoring mittels Biologikatalspiegelbestimmung, mittels fäkalen Stuhlmarkern und mittels Sonografie erfolgen.

Der Fokus der Versorgungsforschung im Bereich CED soll initial auf einem Projekt zur Verbesserung der Versorgung vor allem im ländlichen Bereich liegen Durch eine dezentrale Patientenversorgung mit Hilfe von online basierten strukturierten Erst– und Verlaufsanamnesen können genaue Angaben zum Ansprechen der Therapie und Nebenwirkung gemacht werden. Weiterhin wären hierdurch auch Virtuelle Konsultationen auch außerhalb der Covid Pandemie zukunftsträchtig zu evaluieren.

(Stand: 30.04.2021)