Adorno-Forschungsstelle
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Adorno-Forschungsstelle
Die Adorno-Forschungsstelle am Institut für Philosophie der Carl von Ossietzky Universität ist aus der gleichnamigen Forschungsstelle hervorgegangen, die seit 1996 unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Müller-Doohm am Institut für Soziologie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg bestand. Seit 2007 wurde sie zunächst unter der Leitung von Prof. Dr. Johann Kreuzer fortgeführt, seit 2025 wird sie außerdem von Prof. Dr. Gesa Wellmann und Prof. Dr. Tilo Wesche geleitet.
Ziel der Forschungsstelle ist es, die verschiedenen Aktivitäten zu Adorno und überhaupt zur Kritischen Theorie zu bündeln und zusammen mit den Ergebnissen langjähriger Recherchearbeiten der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Als integrales Resultat dieser Aktivitäten ist 2011 das Adorno-Handbuch, herausgegeben von Richard Klein, Johann Kreuzer und Stefan Müller-Doohm, in erster Auflage erschienen. Seit 2019 liegt es in einer zweiten, erweiterten und aktualisierten Auflage vor.
Die Forschungsstelle versteht sich als ein fächerübergreifendes Forschungsnetzwerk, das sowohl der aktuellen Auseinandersetzung mit dem Werk Adornos und seinem Umkreis als auch dessen produktiver Fortführung dient, um so Anreize zu weiterer Forschungsarbeit zu bieten. Das können Einzelvorhaben – etwa Dissertationen – sein, aber auch thematische Projekte zur gegenwartsdiagnostischen Erschließungskraft und Relevanz jener Denkimpulse sind ins Auge gefasst, für die in originärer Weise ‚kritische‘ Theorie im Sinne Adornos steht.
Die Adorno-Forschungsstelle bietet am Institut für Philosophie jedes Semester ein Forschungsseminar zu Klassikern der Kritischen Theorie und zu aktuellen Forschungsthemen an. Überdies finden regelmäßig Abendvorträge zur Kritischen Theorie mit Gastreferent*innen statt. Internationale Fachkonferenzen sollen darüber hinaus den zeitgenössischen Diskurs um Adorno und die ungebrochene Aktualität der Kritischen Theorie weiter vorantreiben, wie zuletzt der Workshop „80 Jahre Dialektik der Aufklärung - Probleme und Perspektiven” im Oktober 2024.
Im Juni 2027 wird eine Fachkonferenz zum Thema „Negative Dialektik. Zur politischen Aktualität Adornos” stattfinden. Nähere Informationen werden rechtzeitig bekanntgegeben.
Neu erschienen:
Helena Esther Grass / Stefan Müller-Doohm (Hg.): Adornos Minima Moralia. Poetik und Philosophie, Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft (ZÄK) Sonderheft 25. 2024
Vor etwa 70 Jahren hat Theodor W. Adorno seine Aphorismen-Sammlung unter dem Titel »Minima Moralia« veröffentlicht: Diese »Reflexionen aus dem beschädigten Leben« sind sein erfolgreichstes und persönlichstes Buch.
In ihm artikuliert er nicht nur seine Erfahrungen der Vertreibung durch die NS-Diktatur und der Jahre des Exils, sondern verfolgt mit seinen epigrammatischen Texten auch die Absicht, in einem Säkulum der Täuschungen, der Propaganda und fortgesetzten Gewalt Restbestände einer Wahrheit aus dem Fluss der katastrophischen Zeit zu retten – nichts könnte angesichts gegenwärtig drohender Rückfälle hinter zivilisatorische Errungenschaften der Aufklärung aktueller sein.
Die Herausgeber:innen und Autor:innen – darunter Anne Eusterschulte, Petra Gehring, Josef Früchtl, Viet Anh Hguyen Duc, Martin Mittelmeier, Ralf Konersmann, Stefan Niklas, Detlev Schöttker, Martin Seel, Johann Kreuzer, Ferdinand Zehntreiter – teilen die Überzeugung, dass Adorno mit seinen Aphorismen eine besondere Sprachform entwickelt hat: eine expressiv-ästhetische Ausdrucksweise, deren Erkenntnisqualität in kontroverser Perspektive das Thema dieses Bandes ist.
Quelle: meiner.de/zeitschriften-ejournals/zak-sonderhefte/adornos-minima-moralia.html