Lehr- und Lernforschung

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Prof. Dr. Anja U. Bräuer

Postanschrift

Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Carl-von-Ossietzky Str. 9-11
26129 Oldenburg

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Lehr- und Lernforschung

Lehrforschung

Im Modellstudiengang Humanmedizin ist die Abteilung für Anatomie sehr intensiv an der Entwicklung des Curriculums, der Implementierung und Begleitung von innovativen Lehrformaten und Prüfungen und der Verbesserung der interdisziplinären Lehre beteiligt. Schwerpunkte der Lehrforschung sind der Einfluss von digitalen Lehrformaten auf die makroskopische und mikroskopische Anatomie  und die Vermittlung von anatomischen Kompetenzen im klinischen Teil des Medizinstudiums.

 

Vergleich der konventionallen Lichtmikroskopie mit der virtuellen Mikroskopie im Rahmen des Histologiepraktikums des Studiengangs Humanmedizin

Die „virtuelle Mikroskopie“ (VM) ist ein Verfahren, bei dem man histologische bzw. pathologische Präparate mittels eines Scanning-Mikroskops aufnimmt und so digitale Bilder erzeugt. Mithilfe einer Software ist es möglich, stufenlos in die Präparate zu zoomen, Markierungen zu erstellen und Bildabschnitte und Vergrößerungen mit anderen Anwendern zu teilen. Ein großer Vorteil der VM ist die Unabhängigkeit vom konventionellen lichtmikroskopischen Kurs, da die digitalen Präparate mit jedem elektronischen Endgerät (Smartphone, Tablet, PC) abrufbar sind. Seit Einführung der VM in die histologische Lehre Anfang der 2000er, wird aufgrund der Vorteile der VM darüber diskutiert, ob konventionelle Lichtmikroskopie noch sinnvoll ist. Die bisherige Studienlage zeigt, dass die VM von den Studierenden sehr gut aufgenommen wird, dass aber keine Unterschiede in Bezug auf Prüfungsergebnisse festzustellen sind. Welchen Einfluss aber die Mikroskopierform auf das Erfassen, Beschreiben und Beurteilen von histologischen Strukturen hat, wurde bis dato nicht ausreichend untersucht. Um diesen Aspekt aufzuklären, wird in dieser Studie der Fokus auf die Such- und Erkennungsstrategien von histologischen Strukturen in Abhängigkeit von der Mikroskopierform (konventionelle versus virtuelle Mikroskopie) gelegt. Somit können die Ergebnisse der Studie dabei helfen eine Aussage zu treffen wie und in welchem Maße die virtuelle Mikroskopie in die histologische Lehre eingebunden werden soll.

Innovative Lehr- und Lernkonzepte: Innovation plus

Zusammenfassung des gesamten Vorhabens
Mit dem Projekt soll ein neues handlungsorientiertes Lernkonzept zur Lehre in der makroskopischen Anatomie etabliert werden. Beispielhaft zum Thema „Abdomen“ wird dazu ein „Zirkeltraining Anatomie (ZTA)“ für Studierende der Fachrichtungen Humanmedizin (HM), Physik-Technik-Medizin (PTM), Sportwissenschaft (SW) und Medizinische Informatik (MI) entwickelt.

Erläuterung des Gesamtziels sowie ggf. der Teilziele des Projektes

Das Gesamtziel ist die Entwicklung eines Anatomielernkonzeptes zum Themenkomplex „Abdomen“ und dessen Integration in die Curricula. Einem Zirkeltraining nachempfunden sollen die Studierenden in Kleingruppen fünf Stationen durchlaufen. An den Stationen sollen die Studierenden ihr anatomisches Wissen erweitern und kontextbezogen zur Lösung von Fragestellungen zum Einsatz bringen.

Die fünf Stationen: anatomische Modelle (1), Anatomie in vivo (2), virtueller 3D-Seziertisch (3), digitales Anatomielerntool (4), und augmented reality (AR)-Lernplattform (5) stellen die Bandbreite praktisch-problemorientierter anatomischer Lehre dar.

Die Stationen 1-4 sind bereits in Oldenburg etabliert.

Im Rahmen des Projektes sollen:

  • die Infrastruktur für die Station 5, AR-Lernplattform, an der Universität Oldenburg, in der Lehre, etabliert werden.
  • Lerneinheiten für die Studierenden der unterschiedlichen Fächer für jede Station entwickelt werden

Das Lernkonzept soll dann in die Curricula der einzelnen Studiengänge (HM, PTM, SW, MI) integriert werden. Insgesamt soll das Lehr- und Lernkonzept dazu beitragen, dass die Studierenden:

(1) ihre räumliche Vorstellung über die Verhältnisse im menschlichen Körper schulen,

(2) anatomische Kenntnisse und Lagebeziehungen besser verstehen und kontextbezogen erinnern können,

(3) anatomisches Wissen zur Lösung von fachspezifischen Aufgaben anwenden können,

(4) Erfahrung im Umgang mit modernen digitalen Konzepten in der Medizin sammeln.

(Stand: 20.04.2022)