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Kog0ntanfbgkt:arshj mve2019@uol.defstz (mvsykje201muh79@uol.de)

Tagungsthema: Darwinische Evolutionswissenschaften und Kultur- und Sozialwissenschaften – Streiten sie noch? Oder lernen Sie schon (voneinander)?

Call for Abstracts/Papers

15. Juli 2019 - Einreichungsfrist für Einzelbeiträge

Die Darwinische Evolutionstheorie ist in den letzten Jahrzehnten in die Kerndisziplinen der Sozial-, Kultur- und Geschichtswissenschaften vorgedrungen. Evolutionswissenschaftler*innen formulieren dabei Theorien, die nicht nur beanspruchen, die Formen menschlichen Zusammenlebens beispielsweise innerhalb von Familien zu erklären, sondern sie beziehen gesellschaftliche, kulturelle und historische Entwicklungen in ihren Erklärungsanspruch mit ein. Gerade im deutschsprachigen Raum ist diese Expansion nicht immer herzlich begrüßt worden. Seit einiger Zeit lässt sich jedoch eine zunehmende Bereitschaft innerhalb vieler Teile der Sozial- und Kulturwissenschaften beobachten, sich mit evolutionsbiologischen Erklärungen menschlichen Verhaltens konstruktiv auseinanderzusetzen. Dabei dominieren jedoch programmatische Beiträge. Empirische Arbeiten, die ganz konkret und auf kleinteiliger Ebene das Zusammenspiel sozialer, kultureller und biologischer Mechanismen untersuchen, und theoretische Arbeiten, die ebenso kleinteilig an einer Integration sozialwissenschaftlicher mit evolutionsbiologischen Theorien arbeiten, sind hingegen nach wie vor rar. Wir möchten die Tagung der MVE Liste im Jahr 2019 daher nutzen, die interdisziplinäre Zusammenarbeit der genannten Wissenschaften im deutschsprachigen Raum zu stärken.

Daher laden wir insbesondere folgende Arten von Einreichungen ein: (1) empirische Beiträge, die den Zusammenhang biologischer und kultureller bzw. sozialer Mechanismen untersuchen; (2) theoretische Beiträge, die sich um die Integration sozialwissenschaftlicher mit evolutionsbiologischen Forschungsliteraturen bemühen; (3) wissenschaftssoziologische Arbeiten, die das Spannungsfeld zwischen Evolutionsbiologie und Sozialwissenschaften empirisch oder theoretisch in den Blick nehmen. Dabei setzen wir u.a. auf folgende Themenschwerpunkte, allerdings berücksichtigen wir auch Einreichungen, die sich nicht unmittelbar einem dieser Schwerpunkte zuordnen lassen.

  • Zusammenhang proximater sozialer und biologischer Verhaltenskorrelate
    (z.B. im Rahmen der Soziogenomik, Neurosoziologie oder Verhaltensendokrinologie)
  • Evolutionäre Mechanismen und Prozesse außerhalb der biologischen Evolution
    (z.B. Evolution sozialer und kultureller Systeme, Memetik)
  • Geteilte Methoden (insb. evolutionäre Spieltheorie)
  • Theoretische Klärung des Verhältnisses evolutions und kultur-/sozialwissenschaftlicher Theorien (z.B. in Bezug auf vermeintlich theoretische Herausforderungen wie Altruismus oder Kooperation)
  • Wissenschaftssoziologische Arbeiten zur tatsächlichen interdisziplinären Kooperation (z.B. Zitationsnetzwerke, Befragungen zu den Kooperationsbarrieren)

Bei der Auswahl der Beiträge wird auf eine interdisziplinäre Zusammensetzung von Wissenschaftler*innen geachtet und die Tagung wird ausgiebig Zeit für Diskussion bieten. Dies soll ermöglichen, auch außerhalb einzelner Vorträge zu erörtern, was die Darwinischen Evolutionswissenschaften und die Kultur-/Sozialwissenschaften in Theorie und Empirie voneinander lernen können und welche Barrieren trotz aller Bereitschaft zur Zusammenarbeit gegebenenfalls in der ganz alltäglichen Forschungsarbeit bestehen. Ein Schwerpunkt der Diskussion soll dabei auch darin bestehen, zu erkunden, wann sich die unterschiedlichen Ansätze tatsächlich unvereinbar gegenüberstehen und wann es sich eher um Scheinkonflikte handelt, die Missverständnissen und den Schwierigkeiten interdisziplinärer Kommunikation geschuldet sind.

Formalitäten zur Einreichung:

Interessierte Wissenschaftler*innen sind herzlich eingeladen, ein Abstract zum geplanten Beitrag (mit Informationen zu Gegenstand, Fragestellung, Zielsetzung und Struktur des Beitrags) im Umfang von 300 bis 500 Worten bis zum 15. Juli 2019 unter mvepx201by9@uol.de (mvetc@uol.dytde) (siehe auch hier) als Word- oder PDF-Datei einzureichen. Das Abstract soll neben einer Kurzbiographie im Umfang von maximal 10 bis 12 Zeilen auch vollständige Kontaktdaten (Name, akademische/r Titel, institutionelle Zugehörigkeit, Postadresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse) enthalten. Extended Abstract oder ganze Arbeitspapiere können zusätzlich eingereicht werden. Eine Rückmeldung zu Annahme oder Ablehnung des Beitragsvorschlags soll bis Mitte August 2019 erfolgen.

Fk. I srpGedvschäz1zftsc2fgxstelleokx8 (silrffagvia.kgxaxwreystaa5sing96@ua42vgol.dew8) (Stand: 07.11.2019)