Bachelorstudiengang Umweltwissenschaften, 44 Seiten (Erst- und Zweitgutachter)
English version see below.
Das Wattenmeer mit seinen Wattflächen und den dazugehörigen Inseln ist ein dynamischer Lebensraum. Als Nationalpark und UNESCO-Weltnaturerbe ist das Wattenmeer ein streng geschütztes Gebiet. Um dieses Gebiet zu erhalten, wird versucht, die Natur sich selbst zu überlassen. Doch trotz dieses hohen Schutzniveaus sind die Lebensräume auf und um die Inseln immer noch durch den Tourismus und das Leben der Inselbewohner*innen geprägt.
Gegenstand dieser Arbeit sind die Vegetationsgesellschaften der Dünen auf Mellum, einer jungen unbewohnten Insel in der Nähe der Ostfriesischen Inseln im Nationalpark Wattenmeer, die phytosoziologisch nach Braun-Blanquet erfasst wurden. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Dünensukzession auf Mellum ziehen, wenn diese mit den Vegetationsgesellschaften der Dünen aus früheren Jahren verglichen werden. Die Bereiche der Insel, in denen Akkumulations- und Erosionsprozesse stattfinden, können bestimmt werden. Die Süddüne zeigt deutliche Erosionsprozesse, während auf dem südlichen und nördlichen Teil der Westdüne Akkumulationsprozesse stattfinden.
Außerdem wurden die Standorte und die Standortgröße der Neophyten Rosa rugosa und Senecio inaequidens erfasst. Diese Daten werden mit denen der Vorjahre verglichen. Bei der Betrachtung der Verbreitung der beiden Neophyten Rosa rugosa und Senecio inaequidens wird deutlich, dass sie sich weiter ausbreiten, wobei die Ausbreitung von Senecio inaequidens viel schneller erfolgt und sich die Anzahl der Individuen in den letzten vier Jahren verdoppelt hat.
Auch der Klimawandel wird sich in Zukunft immer stärker auf die Dünenvegetation auf Mellum auswirken, wobei der Anstieg des Meeresspiegels und der Temperaturanstieg die wichtigsten Faktoren sind. Während der Anstieg des Meeresspiegels zu einem zunehmenden Lebensraumverlust führen könnte, könnte der Temperaturanstieg zu einer geografischen Verschiebung der Lebensräume einiger Pflanzenarten führen. Dies bietet das Potenzial für die Einwanderung und Ausbreitung von Neophyten.
All diese Veränderungen müssen in Zukunft weiter beobachtet werden, um auf mögliche Folgen reagieren zu können und so die Ökosystemfunktion von Mellum zu erhalten.
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The Wadden Sea with its tidal flats and the associated Islands is a dynamic habitat. As a national park and UNESCO World Heritage Site the Wadden Sea is a strictly protected area. To preserve this area, it is attempted to leave nature to itself. However, despite this high level of protection, the habitats on and around the islands are still stamped by tourism and the live of the islanders.
The subject of this work are vegetation communities of the dunes on Mellum, a young uninhabited island located close by the East Frisian Islands in the Wadden Sea National Park, which were recorded phytosociological according to Braun-Blanquet. From this, conclusions can be drawn about the dune succession on Mellum if these are compared with the vegetation communities of the dunes from previous years. The areas of the island where accumulation and erosion processes take place can be evaluated. The southern dune shows clear erosion, while accumulation processes are taking place on the southern and northern parts of the western dune.
In addition, the locations and site size of the neophytes Rosa rugosa and Senecio inaequidens were recorded. This data is compared with that of previous years. When looking at the distribution of the two neophytes Rosa rugosa and Senecio inaequidens it becomes apparent that they are continuing to spread, with the spread of Senecio inaequidens occurring much faster and the number of individuals having doubled in the past four years.
Climate change will also have an increasingly large impact on dune vegetation on Mellum in the future, with the most important factors being sea level rise and the increase of temperature. While sea level rise could lead to increasing habitat loss, the temperature increase could lead to a geographical shift in the habitats of some plant species. This provides the potential for the immigration and the spreading of neophytes.
All these changes must be monitored further in the future in order to be able to react on possible consequences and thus to preserve the ecosystem function of Mellum.