GamKi-ELSA-Hub: Ein Ansatz integrierter Ethik (Embedded Ethics) zur Erforschung und Stärkung ethischer Kompetenzen im Kontext gamification-basierter Technologien zur Förderung der psychischen Gesundheit im Kindesalter
GamKi-ELSA-Hub: Ein Ansatz integrierter Ethik (Embedded Ethics) zur Erforschung und Stärkung ethischer Kompetenzen im Kontext gamification-basierter Technologien zur Förderung der psychischen Gesundheit im Kindesalter
Hans-Henrik Dassow1, Elisabeth Höhne2, Michael Kölch3, Joschka Haltaufderheide4, Robert Ranisch5
1 Juniorprofessur für Medizinische Ethik mit Schwerpunkt auf Digitalisierung, Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg, Universität Potsdam
2 Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter, Universitätsmedizin Rostock
3 Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter, Universitätsmedizin Rostock
4 Institut für Ethik und Medizingeschichte, Universitätsmedizin Greifswald
5 Juniorprofessur für Medizinische Ethik mit Schwerpunkt auf Digitalisierung, Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg, Universität Potsdam
Hintergrund: Digitale, gamification-basierte Gesundheitstechnologien versprechen innovative Ansätze zur psychotherapeutischen Versorgung im Kinder- und Jugendalter. Im Rahmen der Bekanntmachung „GamKi“ des BMFTR werden seit Januar 2025 14 Verbundprojekte gefördert, die entsprechende Maßnahmen erforschen und entwickeln. Angesichts des experimentellen Charakters der interaktiven Technologien sowie der Vulnerabilität der Zielgruppe ergeben sich vielfältige ethische Fragestellungen, die bereits im Forschungsprozess adressiert werden müssen. Vor diesem Hintergrund wurde ein Begleitprojekt gefördert, welches neben einer verbundübergreifenden Evaluation, Themen der (Ent-) Stigmatisierung sowie der Mensch-Technik-Interaktion auch ethische Aspekte im Rahmen eines ELSA-Hubs untersucht.
Ziele: Im Rahmen der Arbeit des ELSA-Hubs sollen ethische Aspekte der Verbundvorhaben systematisch und projektübergreifend erfasst werden. Auf dieser Grundlage werden Unterstützungsstrukturen für die Projektbeteiligten aus den Bereichen Psychiatrie, Psychotherapie und Technikentwicklung initiiert, die zur Stärkung ethischer Kompetenzen innerhalb der Forschungsprozesse beitragen sollen. Gleichzeitig werden Querschnittsthemen im Bereich der gamifizierten digitalen Interventionen in der psychotherapeutischen Versorgung von Kindern identifiziert und der Forschungsgemeinschaft zugänglich gemacht.
Methoden: Ausgehend von einem Embedded-Ethics-Ansatz implementiert der ELSA-Hub strukturierte Bedarfsanalysen, Maßnahmen zur ethischen Reflexion, Sensibilisierung und Förderung ethischer Kompetenzen, sowie Vernetzungsangebote. Hierzu gehören neben einer Kontaktstelle für ethische Fragen regelmäßige ELSA-Touchpoints, die Erstellung einer „Ethics by Design Toolbox“ sowie Workshops. Für relevante Querschnittsthemen werden gemeinsam mit den Forschenden Best-Practice-Handreichungen im Delphi-Verfahren konsentiert sowie Peer-to-Peer-Trainings entwickelt.
Ergebnisse: Es wird ein Einblick in die Arbeitsweise des ELSA-Hubs aus dem ersten Förderjahr gegeben. Zudem sollen Ergebnisse zur Identifikation forschungsleitender Querschnittsfragen vorgestellt werden. Dabei werden insbesondere die Herausforderungen einer verbündeübergreifenden Perspektive integrierter Ethik auf Querschnittsthemen sowie die Besonderheiten von Psychiatrie und Psychotherapie berücksichtigt. Ethische Fragestellungen werden in diesem Zusammenhang im Lichte von Technikfolgen und potenziellen Stigmatisierungsprozessen reflektiert.