Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V.

Was wäre unsere Region ohne ihre Universität?!

Dr. h.c. Peter Waskönig (1932 - 2017)

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Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V.

Oldenburger Klimatage 2022

Oldenburger Klimatage großer Erfolg

Universitätsgesellschaft freut sich über viele Teilnehmer und anregende Debatte

Oldenburg. Die Oldenburger Klimatage können als großer Erfolg gewertet werden. Mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren am 23. Juni in der Alten Fleiwa dabei, als die Universitätsgesellschaft (UGO) mit einem anspruchsvollen Tagungsprogramm ihr 50jähriges Bestehen feierte. Ebenfalls begangen wurde das 40jährige Bestehen des Energielabors.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Ralph Bruder, Präsident der Carl von Ossietzky Universität. Er betonte die enorme Bedeutung der UGO: “Die UGO verbindet uns mit der Region und sorgt mit für die hohe gesellschaftliche Relevanz der Universität. Die vergebenen Preise und Stipendien sind eine wichtige Unterstützung der Universität.“

Begonnen hatte die Veranstaltung mit einem Grußwort des Niedersächsischen Ministers für Umwelt und Energie, Olaf Lies. Auch er machte deutlich, dass in der Region in den vergangenen Jahrzehnten eine Hochschullandschaft entstanden ist, die in Niedersachsen keine Vergleiche scheuen muss.

Dass es bis dahin aber ein weiter Weg war, erläuterte der Vorstandsvorsitzende der UGO, Prof. Dr. Werner Brinker. „In der Gründungsphase gab es zunächst viele Vorbehalte in der Oldenburger Stadtgesellschaft gegen die Reformuniversität.“ Diese seien aber nach und nach überwunden worden. „Das starke Zusammenrücken von Universität, UGO und Region hat dann aber enorme Erfolge hervorgebracht.“ Brinker nannte in diesem Zusammenhang die zahlreichen Institutsgründungen.

Prof. Dr. Joachim Luther blickte auf 40 Jahre Energielabor zurück und erinnerte an das damalige Ziel, eine Energieversorgung für die Bundesrepublik Deutschland auf der Basis von regenerativen Quellen zu entwickeln. Das sei in der in der Phase der Universitätsgründung geradezu utopisch gewesen, weil mit der friedlichen Nutzung der Kernkraft alle Energieprobleme gelöst schienen

Neben Prof. Luther beschrieb ein weiterer Festredner, Prof. Hartmut Graßl, die damalige Außenseiterrolle der beiden Wissenschaftler. „Prof. Luther und ich waren die beiden Wissenschaftler, die am wenigstens Nähe zur Nuklearenergie hatten,“ sagte Graßl.

Besonders beeindruckt waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Vortrag  „Beobachtungen in der Arktis“ von Dr. Marcel Nicolaus vom Alfred Wegener Institut.

Er war auf dieser Expedition quasi direkt an einer der Schlüsselstellen des sich drastisch verändernden Weltklimas. „Wir haben gesehen, wie das arktische Meereis verschwindet. Wenn der Klimawandel so weitergeht, wird die Arktis in einigen Jahrzehnten im Sommer eisfrei sein.“

Weitere Inhalte der Klimatage waren die Impulsvorträge zu notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels. Diese kamen von Dr. Daniel Kauer (Leiter der Strategischen Planung der VW AG), Dr. Peter Prinz (Vynova Wilhelmshaven GmbH) und Dr. Johannes Teyssen (Ehemaliger CEO EON).

Abgerundet wurde das Programm mit einer Podiumsdiskussion:

An dieser nahmen teil: Dr. Daniel Kauer, Dr. Peter Prinz, Dr. Johannes Teyssen, Prof. Dr. Astrid Nieße (Professorin für Digitalisierte Energiesysteme an der Uni Oldenburg), Dr. Marcel Nicolaus und Irina Lucke (Omexon). Sie ist Offshore-Expertin der ersten Stunde und war für den Bau der Offshore-Windparks „alpa ventus“ und „Riffgat“ maßgeblich verantwortlich.

Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Werner Brinker.

Die Oldenburger Klimatage sollen nunmehr zu einer jährlichen Einrichtung werden, dafür sprachen sich Prof. Bruder und Prof. Brinker aus.

Von der Kernenergie zu den Erneuerbaren Energien

Mit Prof. Joachim Luther und Prof. Hartmut Graßl haben zwei sehr renommierte Professoren an den Oldenburger Klimatagen teilgenommen und dabei mit ihren Vorträgen beeindruckt.

Prof. Joachim Luther wurde 1973 an die Universität berufen und machte sich sehr verdient um den Aufbau des Energielabors. Er erinnerte daran, dass die Zeit um 1973/1974 von der Ölkrise geprägt war, die zu autofreien Sonntagen führte. Eine sichere Energieversorgung sah man durch die Kernenergie als gewährleistet an.

Insofern war der Ansatz von Prof. Luther, an einer auf Sonnenenergie basierten Energieversorgung zu forschen, damals eine Minderheitenposition.

Mit seiner Buchveröffentlichung von 1977 „Sonnenenergie – eine Alternative zur Atomenergie“ machte er einen großen Schritt in die Öffentlichkeit.

Das Ziel der Forschungsgruppe um ihn herum war so definiert: „Ein langfristig  sicheres, nicht auf fossilen Quellen basierendes, Kernenergie-freies, Energieversorgungssystem.“

Das in diesem Zusammenhang geplante Energielabor war dabei ein zentraler Baustein der Forschungen. Es galt 1982 als Novum in der Bundesrepublik. Insofern traf die Zusage des Präsidenten der Universität, Prof. Ralph Bruder, auf große Zustimmung, das Energielabor auf jeden Fall zu erhalten. Debatten um eine bauliche Veränderung oder gar einen Abriss sind damit beendet.

Der Meteorologe Prof.  Hartmut Graßl war maßgeblich daran beteiligt, zuverlässige Energiewetterprognosen zu entwickeln. Was heute so selbstverständlich klingt und auch grade für die Nutzung erneuerbaren Energiequellen von großer Bedeutung ist, war noch vor einigen Jahrzehnten so nicht möglich.

2003 legte er ein Gutachten vor, dass selbst dem damaligen Umweltmister der Grünen, Jürgen Trittin, in einigen Teilen zu weit ging. „Wir haben dort die Aussagen verankert, dass jeder Mensch ein gleiches recht hat auf CO2-Emissionen und das es vor allem gilt Überproduktionen in den Industrieländern zu kompensieren“, so Graßl.

Als Bilanz eines sehr erfolgreichen und langen Forscherlebens waren sich die beiden Professoren in ihrem Fazit und in einer Forderung völlig einig. Es gelte Erkenntnisse der Wissenschaft schneller umzusetzen.

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