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Psychologischer Beratungs-Service (Webseite der Uni)

  • Eine Frau mit langen, glatten Haaren, einem Schal um den Hals und Jeansjacke lächelt in die Kamera.

    Gisela Degener betont, dass das Studium nicht nur akademische Bildung, sondern auch Persönlichkeitsentwicklung bedeutet. Studierendenwerk Oldenburg

„Geht aufeinander zu!“

Nach 38 Jahren im Psychologischen Beratungs-Service von Studierendenwerk und Universität hat sich die Leiterin Gisela Degener in den Ruhestand verabschiedet. In dieser Zeit hat sie viele tausend Studierende eng begleitet und geprägt.

Nach 38 Jahren im Psychologischen Beratungs-Service von Studierendenwerk und Universität hat sich die Leiterin Gisela Degener in den Ruhestand verabschiedet. In dieser Zeit hat sie viele tausend Studierende eng begleitet und geprägt.

1987 begann Degener ihre Arbeit in einem kleinen Büro mit nikotingelben Wänden. Kurzerhand strich sie die Wände nach Feierabend selbst – bürokratische Hürden gab es damals kaum. Überhaupt waren die ersten Jahre von großer Freiheit geprägt: Das junge Team einer neu gegründeten Einrichtung an einer jungen Universität konnte die Arbeit selbst gestalten. „Ich hatte einen tollen Job!“, sagt sie rückblickend. Besonders bewegend sei es immer, wenn ehemalige Klientinnen und Klienten sich Jahre später melden und berichten, wie sehr die Beratung in ihr Leben hineingewirkt habe.

Bis heute erlebt Degener viel Gestaltungsspielraum, um neue Ideen umzusetzen. „Das Umfeld ist einfach inspirierend. Die jungen Menschen mit ihren frischen Ideen sorgen dafür, dass man nicht in eingefahrenen Denkmustern stecken bleibt – vorausgesetzt, man lässt sich darauf ein“, sagt Degener über ihre Arbeit. Über Jahrzehnte hinweg beobachtete sie Studierendengenerationen, die, trotz aller Individualität, ähnliche Herausforderungen erlebten: Ängste in den 1980er Jahren, ausgelöst durch Kalten Krieg, Umweltbedrohung und HIV, sind den Sorgen der letzten Jahre über Ukrainekrieg, Klimakrise und Corona erstaunlich ähnlich.

Vernetzung als Schlüssel gegen Isolation

Die Vereinzelung vieler Studierender sei eine der Hauptursachen für psychische Belastungen, so Degener. Besonders die isolierenden Pandemiejahre hätten dies verstärkt. Deshalb nutzte sie ihre letzten Jahre im PBS, in denen sie die Einrichtung leitete, um Angebote zur Vernetzung zu schaffen und den Austausch zu fördern. „Wir konnten beobachten, wie die Studierenden im Austausch regelrecht aufblühten“, berichtet sie.

Gemeinschaft, Kontakt und Präsenz sind zentrale Prinzipien des PBS. Degener betont, dass das Studium nicht nur akademische Bildung, sondern auch Persönlichkeitsentwicklung bedeutet: Reflexion, Erweiterung persönlicher Kompetenzen und das Lernen, mit Misserfolgen umzugehen, seien wichtige Prozesse in dieser Zeit. „Geht aufeinander zu, redet miteinander. Vergleicht euch nicht, normiert euch nicht, sondern feiert eure Individualität und bildet Gemeinschaften!“, fasst Degener ihre wichtigsten Ratschläge für Studierende zusammen.

Rückblick: Entstehung des PBS

Der PBS entstand Anfang der 1980er Jahre als Kooperationseinrichtung von Universität und Studierendenwerk. In den ersten Jahren ähnelte die Arbeit der Mitarbeitenden der klassischen Sozialarbeit, unter anderem in einer beliebten „Teestube“ und therapeutischen Wohngruppen für psychisch kranke Studierende. In den späten 1980er Jahren engagierte sich die Einrichtung zusätzlich in der AIDS-Präventionsarbeit. Gisela Degener stieß 1987 im Rahmen einer Projektstelle in diesem Bereich dazu.

An der Spitze des PBS folgt Marlies Hölscher-Dielenschneider, Psychotherapeutin mit langjähriger Erfahrung in der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern im Landkreis Ammerland. „Ich freue mich darauf, zusammen mit dem Team junge Erwachsene in ihrer Entwicklung zu begleiten“, sagt sie.

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(Stand: 28.05.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p82n12516
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