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Prof. Dr. Bernd Siebenhüner

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  • Gruppenbild von Teilnehmern der Summer School im Park Links der Weser

    Die Teilnehmer der Summer School absolvieren ein intensives Programm. Sie besuchten unter anderem den Park Links der Weser in Bremen. Foto: Kilian Köbrich

  • Die

    In Planspielen beschäftigen sich die Teilnehmer der Summer School mit verschiedenen afrikanischen Städten. Foto: Maren Wesselow

  • Ziegen grasen auf einer palmenbewachsenen Brachfläche neben einer Straße.unbefestigten

    In den wachsenden afrikanischen Städten ist auch Platz für Viehwirtschaft - wie hier in Dar es Salaam. Foto: Maren Wesselow

Gemüse anbauen in der Stadt?

Zur Summerschool des Projektes Ecosola treffen sich derzeit 19 Studierende und Promovierende aus Südafrika, Tansania und Deutschland in Oldenburg.

Zur Summerschool des Projektes Ecosola treffen sich derzeit 19 Studierende und Promovierende aus Südafrika, Tansania und Deutschland in Oldenburg.

Jama Mashele hat in Oldenburg einen positiven ersten Eindruck von Deutschland gewonnen. „Zu Besuch in einem Land zu sein, dass so effizient ist, gibt mir auch Hoffnung für unser Land“, sagt die Doktorandin von der Nelson Mandela University im südafrikanischen George. Zusammen mit 18 weiteren Master-Studierenden und Doktoranden aus Südafrika, Tansania und Deutschland nimmt Mashele derzeit an der ECOSOLA Summer School an der Universität Oldenburg teil, die sich mit nachhaltiger Stadtentwicklung beschäftigt – wozu zum Beispiel Themen wie ökologischer Landbau, Stadtplanung und Ökosystemdienstleistungen gehören.

Auf dem Programm der Sommerschule, die noch bis zum 12. September dauert, stehen Vorträge, Gruppenarbeiten, Planspiele und Exkursionen. Am Fliegerhorst in Oldenburg und im Park Links der Weser in Bremen besichtigt die interdisziplinäre Gruppe Beispiele für nachhaltige Stadtentwicklung. Außerdem befassen sich die Teilnehmer mehrere Tage lang mit einem Fallbeispiel – einer konkreten tansanischen oder südafrikanischen Stadt. Die Gruppe soll recherchieren, welche Probleme auftreten und Strategien entwickeln, um diese nachhaltig zu lösen.

Welches Potenzial hat urbane Landwirtschaft?

„Unsere Teilnehmer und Vortragenden kommen aus den Bereichen Ökonomie, Umweltwissenschaften und nachhaltige Entwicklung, aber auch aus der Agrar- und Forstwirtschaft“, berichtet der Oldenburger Ökonom Prof. Dr. Bernd Siebenhüner, der die Veranstaltung zusammen mit dem Landschaftsökologen Prof. Dr. Michael Kleyer, dem Agrarökologen Prof. Dr. Raymond Auerbach von der Nelson Mandela University sowie dem Geologen Dr. Pius Yanda von der Universität in Dar es Salaam organisiert hat. Die Sommerakademie ist Teil des Projektes ECOSOLA (Ecosystem-based solutions for resilient urban agriculture in Africa), das vom Bundesforschungsministerium (BMBF) und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert wird. Das gemeinsame Forschungsvorhaben der Universität Oldenburg, der Planungsgruppe Grün in Bremen, der University of Dar es Salaam in Tansania und der Nelson Mandela University soll das Potenzial urbaner Landwirtschaft in der südafrikanischen Provinz Westkap und in der wachsenden Megacity Dar es Salaam untersuchen.

Ist es sinnvoll, auch innerhalb von Städten Gemüse, Obst oder Getreide anzubauen? Davon ist Bernd Siebenhüner überzeugt: „Landwirtschaftlich genutzte Flächen bieten vielfältige Ökosystemdienstleistungen: Die Pflanzen spenden Schatten, verringern die Erosion der Böden, können zur Naherholung beitragen und außerdem die Ernährung der Bevölkerung verbessern.“ Bislang dehnten sich viele afrikanische Städte allerdings mehr oder weniger ungeplant aus. „Grünflächen wird kein hoher Wert beigemessen“, berichtet der Forscher. Ihn interessieren vor allem die institutionellen Rahmenbedingungen, die das Wachstum von Städten regeln – etwa, wem das Land gehört, welche Art von Pachtverträgen es gibt und wer Interesse an einer landwirtschaftlichen Nutzung haben könnte.

Diskussionen und Anregungen

Jama Mashele ist eine der Forscherinnen, die an ECOSOLA beteiligt sind. Sie befasst sich in ihrer Doktorarbeit mit einer speziellen Form des Biolandbaus in Südafrika. Dort gibt es viele ökologisch arbeitende Betriebe, doch für Kleinbauern ist es zu aufwändig, sich für ein Biolabel zu zertifizieren. Stattdessen können sich die Kunden selbst auf den Bauernhöfen von der Qualität der Produkte überzeugen. Dieses Verfahren, „Participatory Guarantee System“ (PGS) genannt, funktioniere in urbanen Räumen gut, in entlegenen ländlichen Gebieten aber weniger, berichtet sie. Die Agrarwissenschaftlerin hofft in der Summer School auf rege Diskussionen und vielfältige Anregungen, um neue Blickwinkel auf ihr Forschungsthema zu erlangen.

Ähnlich geht es auch Tejas Kulkarni, Masterstudent an der Universität Hannover. Der Hydrogeologe kommt aus Bangalore im Süden Indiens und hat bereits einige Jahre als Umweltingenieur gearbeitet. Er genießt das internationale Umfeld der Summer School – und hat bereits in der Vorstellungsrunde festgestellt, dass die Herausforderungen der Urbanisierung in Afrika, Indien und Europa einander ähneln: „Wenn man sich mit Kollegen aus anderen Teilen der Welt austauscht, erkennt man, dass viele Probleme miteinander verknüpft sind.“

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(Stand: 28.05.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p82n2809
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