Kontakt

Presse & Kommunikation

+49 (0) 441 798-5446

Kontakt

Dr. Silke Eilers (Projektkoordinatorin) 

Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM)

  • Ein junger Hering schwimmt durch Wasser.

    Ein junger Hering. Foto: Ture Tempelmann

Schadstoffe im Wattenmeer: Forschende entwickeln Analysetool

Fische im Wattenmeer sind zunehmend mit Schadstoffen belastet. Forschende entwickeln eine Softwarelösung, die bei Naturschutz-Vorhaben helfen soll. 

Forschende des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) entwickeln zusammen mit Projektpartnern ein neues Analysetool. Das Ziel: Umweltbehörden, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen in die Lage zu versetzen, einen raschen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu Wechselwirkungen von Schadstoffen auf Fische zu gewinnen und verschiedene mögliche Szenarien zu testen. 

Mit dem Tool sollen so auch vielversprechende Naturschutzmaßnahmen zum Schutz der Fische identifiziert werden können. Die niedersächsische Wattenmeer-Stiftung fördert das Vorhaben mit 284.000 Euro. Beteiligt sind das gewässerökologische Institut „AquaEcology“ und der Softwareentwickler „BioDiv.Systems“.

„Das spezialisierte Online-Tool soll Zielgruppen mit unterschiedlichem fachlichen Hintergrund dabei unterstützen, schnell und unkompliziert große und komplexe Datenmengen zu analysieren und ihre Aussagekraft einordnen zu können“, sagt Projektkoordinatorin Dr. Silke Eilers, die als Biologin in der Arbeitsgruppe Mathematische Modellierung unter Leitung von Prof. Dr. Bernd Blasius am ICBM forscht. 

Einen Prototyp haben die Forschenden bereits entwickelt. In der ersten Projektphase bis September 2027 arbeitet das Team daran, ihn benutzerfreundlich zu optimieren und exemplarisch auf Fische im Wattenmeer anzupassen. Auch Unsicherheiten innerhalb der Analyse wollen die Forschenden sichtbar machen, etwa in Bezug auf Messfehler und strukturelle Komplexitäten. Dafür greifen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf bereits vorhandene Daten von Umweltbehörden und aus Forschungsliteratur zurück.

Schutz für Fische im Wattenmeer

Fische haben eine wichtige Funktion im Ökosystem und sind Nahrungsgrundlage für den Menschen. Schadstoffe können ihre Gesundheit und ihren Reproduktionserfolg wesentlich mindern. „Obwohl das bekannt ist, wissen wir noch viel zu wenig über den Einfluss von Schadstoffen, wenn es um den Erhalt des Fischvorkommens und den Schutz des Ökosystems geht – vor allem, wenn Organismen im Laufe ihres Lebens vielen verschiedenen Schadstoffen und Umwelteinflüssen ausgesetzt sind“, sagt Eilers.  

Ein besonderer Fokus im Projekt liegt beispielsweise auf dem Lebensraum für Laich und Jungfische: die Seegraswiesen spielen  für Hornhechte und Heringe eine bedeutende Rolle. Um hierfür Schutzmaßnahmen ableiten zu können, erstellen die Forschenden ein mathematisches Netzwerkmodell, mit dem sie Schadstoffbelastungen für Fische besser erfassen können. Erweist sich das Tool in der ersten Projektphase als praktisch anwendbar, könnte es auf weitere Artengruppen im Wattenmeer übertragen werden: beispielsweise Muscheln und Austern, Plankton und Meeressäuger.

Das könnte Sie auch interessieren:

Ein Mann in Schwimmweste, orangefarbener Spezialjacke und  mit einer Schirmmütze auf dem Kopf steht am Steuer eines größeren Schlauchbootes. Das Wasser ist relativ glatt, im Hintergrund rechts das Forschungsschiff Heincke, links ein paar etwas weiter entfernte WIndräder und die untergehende Sonne, die die Szenerie in ein goldenes Licht taucht.
Thomas Badewien
Forschung Energie Top-Thema Meereswissenschaften

Zwischen Wellen und Windrädern

Eine besondere Forschungsreise führte ein Oldenburger Team kürzlich in ein Meeresgebiet nördlich von Helgoland. Zwischen den riesigen Anlagen eines…

mehr: Zwischen Wellen und Windrädern
Auf dem Bild ist der Messpfahl im Meer zu sehen, der Himmel ist blau mit ein paar Wolken. An der Spitze des Pfahls befindet sich der COntainer. Er hat in der Mitte einen offenen Bereich, auf dem Dach befinden sich einige Messgeräte.
Universität Oldenburg / Thomas Badewien (Originalfoto mit Hilfe von KI erweitert)
Forschung Top-Thema Meereswissenschaften

Messpfahl vor Spiekeroog wird erneuert

Seit 2002 erhebt eine Dauermessstation der Universität zwischen Langeoog und Spiekeroog kontinuierlich wichtige Umweltdaten. Nun wird die einzigartige…

mehr: Messpfahl vor Spiekeroog wird erneuert
Eiko Braatz Fotografie
Campus-Leben Kultur ICBM

Tanz und Mikroalgen im Tropenhaus

Eine besonders ungewöhnliche Verbindung aus Kunst und Wissenschaft erlebte das Publikum bei der dritten Ausgabe der Reihe „wissenskunst“ im…

mehr: Tanz und Mikroalgen im Tropenhaus
(Stand: 18.08.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p82n12232
Zum Seitananfang scrollen Scroll to the top of the page