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„Niedersachsenpanel“: Wer macht mit?

Der Aufbau des Probanden-Pools entsteht im Rahmen des Wissenschaftsraums „Verhaltensökonomik und gesellschaftliche Transformation“, einer Kooperation von sieben niedersächsischen Universitäten sowie dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik. Die Koordinationsstelle befindet sich an der Universität Lüneburg. Bewilligt ist das Projekt für vorerst vier Jahre. Im Rahmen der Förderlinie „Wissenschaftsräume“ wird es aus dem Programm zukunft.niedersachsen von der VolkswagenStiftung und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert.

Neben der Universität Oldenburg sind die Universität Clausthal, die Universität Göttingen, die Universität Hannover, die Universität Lüneburg, die Universität Osnabrück und die Universität Vechta beteiligt. 

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Prof. Dr. Jan Sauermann 

Professor für Moderne Politische Theorie

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  • Briefe liegen gestapelt übereinander.

    150.000 Haushalte haben Post vom „Niedersachsenpanel“ bekommen. FOTOGRAF JASTORF

Was bewegt Niedersachsen?

150.000 Haushalte haben kürzlich ungewöhnliche Post bekommen. Sie sind eingeladen, Teilnehmende des „Niedersachsenpanels“ zu werden und selbst aktiv an Forschung mitzuwirken – zum Beispiel an der von Politikwissenschaftler Jan Sauermann. 

150.000 Haushalte haben kürzlich ungewöhnliche Post bekommen. Sie sind eingeladen, Teilnehmende des „Niedersachsenpanels“ zu werden und selbst aktiv an Forschung mitzuwirken – zum Beispiel an der von Politikwissenschaftler Jan Sauermann. 

Welche gesellschaftlichen Faktoren tragen dazu bei, dass es immer schwerer fällt, politische Kompromisse zu schließen? Wann sind Menschen bereit, sich großzügig zu zeigen – und Geld an Organisationen zu spenden? Was braucht es, damit sich eine Person für Recycling am Mülleimer entscheidet? Antworten auf diese und viele weitere Fragen suchen niedersächsische Forschende im Wissenschaftsraum „Verhaltensökonomik und gesellschaftliche Transformation“. 

Um Einstellungen und Entscheidungsverhalten von Menschen in Niedersachsen untersuchen zu können, wollen sie möglichst viele Probandinnen und Probanden gewinnen. Das Ziel: der Aufbau einer repräsentativen und langfristigen Kohorte – dem „Niedersachsenpanel“.  

Seit dem Startschuss des Projekts Anfang August haben die daran beteiligten Forschenden bereits 150.000 zufällig ausgewählte Haushalte im gesamten Bundesland per Post eingeladen. „Es ist wichtig, einen möglichst großen Pool an Befragten zu haben, damit die Ergebnisse repräsentativ sind“, sagt Prof. Dr. Jan Sauermann vom Institut für Sozialwissenschaften, der als Politikwissenschaftler am „Niedersachsenpanel“ beteiligt ist. 

Wir schauen darauf, unter welchen Bedingungen die Extreme in der Gesellschaft erstarken und wieso Kompromisse schwieriger zu werden scheinen.

Jan Sauermann; Politikwissenschaftler

Ein weiterer Vorteil so eines Panels: Mit regelmäßigen Befragungen der gleichen Personen über einen langen Zeitraum lassen sich aus seiner Sicht Veränderungen in Einschätzungen, Meinungen und Verhaltensweisen empirisch messen. „Wir hoffen darauf, dass viele der Angeschriebenen und weitere Interessierte mitmachen.“ 

Befragungen sind vor allem zu Transformationsthemen geplant: etwa zum Klimawandel, zur Digitalisierung und Automatisierung, zu Migration, Krieg und zum Demographischen Wandel. Sauermann möchte das Panel beispielsweise dafür nutzen, politische Einstellungen abzufragen. „Unsere Arbeitsgruppe konzentriert sich auf den Aspekt der Polarisierung“, erklärt der Politikwissenschaftler. „Wir schauen darauf, unter welchen Bedingungen die Extreme in der Gesellschaft erstarken und wieso Kompromisse schwieriger zu werden scheinen.“ Er will Teilnehmende beispielsweise vor, während und nach der Landtagswahl im Jahr 2027 zu ihren politischen Einstellungen befragen. Vergleichbare Daten in so großem Umfang speziell aus Niedersachsen gebe es bislang nicht. 

Teilnehmende bekommen für ihr Mitwirken eine Aufwandsentschädigung – durchschnittlich 13 Euro pro voller Zeitstunde. „Gleichzeitig bekommen sie wertvolle Einblicke in aktuelle wissenschaftliche Forschungsprozesse“, betont Sauermann. Die Daten werden so erhoben, dass keine Rückschlüsse auf einzelne Personen gezogen werden können. Wer mitmacht, bekommt regelmäßig Einladungen zu wissenschaftlichen Studien per E-Mail. Es besteht keine Verpflichtung, daran auch tatsächlich teilzunehmen. Interessierte, die selbst keinen Brief erhalten haben, können sich ebenfalls registrieren. Weitere Informationen zum Projekt und zur Teilnahme finden Sie auf der Webseite www.niedersachsenpanel.de

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