Die Uni ist Teil der Oldenburger Stadtgeschichte – und zwei Objekte aus dem Universitätsarchiv sind seit diesem Sommer Teil der Dauerausstellung im neu eröffneten Stadtmuseum. Was es mit dem goldenen Schlüssel und dem braunen Plastikkoffer auf sich hat.
Aus Sicht von Dr. Gunnar B. Zimmermann, dem Leiter des Oldenburger Universitätsarchivs, ist sie „inzwischen ikonisch“: die Friedenstaube auf blauem Grund, die das höchste Gebäude auf dem Campus Haarentor – einst als Allgemeines Verfügungszentrum bekannt, heute A1-4 – zum Blickfang macht. Dieses Motiv findet sich auch auf zwei blauen Stickern, die wiederum eines der beiden Ausstellungsstücke zur Uni-Geschichte im Stadtmuseum zieren.
Es handelt sich um einen braunen Plastikkoffer, der einem Oldenburger Hochschullehrer der ersten Stunde gehörte. Prof. Dr. Klaus Brake trat an der wenige Monate jungen Universität im Jahr 1974 seinen Dienst an und lehrte und forschte hier 41 Jahre lang zu Stadt- und Regionalentwicklung. Der Koffer, der mindestens in den 1970er- und 1980er-Jahren sein Begleiter gewesen sein dürfte, lagerte lange im Universitätsarchiv und zeugt nun im Stadtmuseum von der bewegten Entwicklungsgeschichte der Hochschule.
Zimmermann hat sich das Archivstück genau angesehen, ehe es als Dauerleihgabe ans Stadtmuseum ging: „Allein seine Materialität kann als ein Anti-Establishment-Statement interpretiert werden“, so der Archivleiter. Die beiden blauen Sticker mit der Taube, die für die Sorgen auch vieler Oldenburger Studierender vor einem Wettrüsten im sogenannten Kalten Krieg standen, sind nämlich nicht die einzigen.
Ein weiterer Aufkleber erinnert an die Oldenburger Fahrraddemonstration von 1976, bei der etwa 1.100 Universitätsangehörige aus Protest gegen den Sparkurs der damaligen CDU-Landesregierung in vier Tagen in die Landeshauptstadt Hannover radelten. Nicht zuletzt bezieht ein Sticker Position im bis 1991 andauernden Streit mit der Landespolitik um die Benennung der Uni nach dem Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky.
Der Koffer findet sich ebenso in der Dauerausstellung im kürzlich neu eröffneten Stadtmuseum wie ein 13 Kilogramm schwerer goldener Schlüssel. Auch über dieses besondere Objekt aus dem Universitätsarchiv weiß Zimmermann zu berichten. Demnach sollte der Schlüssel 1984 – als traditionelles Symbol für die Übergabe eines Bauwerkes an den Bauherrn – bei der offiziellen Einweihung des naturwissenschaftlichen Campus‘ in Wechloy überreicht werden.
Aufgrund studentischer Proteste gegen den anwesenden Wissenschaftsminister Niedersachsens, Johann-Tönjes Cassens, kam es dazu allerdings nicht; die Veranstaltung wurde vorzeitig abgebrochen. Der Schlüssel allerdings verblieb an der Universität – und landete in deren Archiv.
Schlüssel und Koffer haben nun aus Sicht Zimmermanns im Stadtmuseum Oldenburg eine „ansprechend repräsentative Darstellung“ gefunden. So würden beide Objekte „als das sichtbar, was sie tatsächlich sind: herausragende Zeugnisse der frühen Oldenburger Universitätsgeschichte, die stellvertretend für verschiedene zentrale Entwicklungsprozesse der Hochschule stehen.“