Kontakt

Presse & Kommunikation

+49 (0) 441 798-5446

  • Zwei Frauen stehen zwischen Pflanzen in einem Gewächshaus.

    Sie ziehen Pflanzen für die Forschung und den Botanischen Garten hoch: Gärtnereimeisterin Martina Klinger (r.) und Gärtnerin Paula Kirstgen. Universität Oldenburg/ Daniel Schmidt

  • Gewächshaus von oben fotografiert.

    Das neue Gewächshaus ist energieeffizienter als das alte. Universität Oldenburg/ Daniel Schmidt

  • Pflanzen im Gewächshaus. Ein Schild, auf dem steht: muss 2026 bearbeitet werden.

    Einen großen Bereich nutzen Klinger und ihr Team für die Anzucht von Sämlingen, Stecklingen, Wildpflanzen, Lilien, winterharten Pflanzen. Universität Oldenburg/ Daniel Schmidt

  • Eine Zitrone hängt an einem Zitrusbaum.

    Die Flora des Uni-Gewächshauses kommt aus aller Welt. In Teilen herrscht Tropenatmosphäre - was Zitrusfrüchte mögen. Universität Oldenburg/ Daniel Schmidt

  • Kleine, grüne Pflanzen in Minitöpfen.

    Aussähen, pikieren, beobachten, umtopfen: Das sind die Aufgaben, die täglich im Gärtnereibetrieb anfallen. Universität Oldenburg/ Daniel Schmidt

Energieeffizientes Gewächshaus in Betrieb

Ein neues Gewächshaus auf dem Unigelände erzeugt wetterunabhängig ein ideales Klima für ganz unterschiedliche Pflanzen. Im Alltag sei dadurch vieles einfacher geworden – und energiesparender, sagt Gärtnereimeisterin Martina Klinger.

Ein neues Gewächshaus auf dem Unigelände erzeugt wetterunabhängig ein ideales Klima für ganz unterschiedliche Pflanzen. Im Alltag sei dadurch vieles einfacher geworden – und energiesparender, sagt Gärtnereimeisterin Martina Klinger.

Anfang März. Während draußen erste Pflanzen, Bäume und Wiesen aus dem Winterschlaf erwachen, ist im Inneren des neuen Gewächshauses auf dem Campus Wechloy bereits jede Menge zu tun. Gärtnereimeisterin Martina Klinger beobachtet ihre Pflanzen dieser Tage besonders genau. Ist die Luft zu warm? Zu kalt? Braucht es mehr Feuchtigkeit? Sehen die Blätter schlaff aus, wachsen nicht so, wie sie es eigentlich sollten? Setzt Pilzbefall an? 

Am Küpkersweg kultiviert Klinger mit ihrem Gärtnereiteam ganzjährig und wetterunabhängig Pflanzen für den öffentlichen Teil des Botanischen Gartens, die Forschung und zu Lehrzwecken. Der gesamte Pflanzenbestand ist allerdings vor Kurzem umgezogen. Das alte, schlecht isolierte Gewächshaus, Baujahr 1976, ist einem modernen Neubau mit einer Gesamtfläche von 827 Quadratmetern gewichen. Das vorrangige Ziel: energieeffizienter zu werden. Die Kosten: 3,8 Millionen Euro, finanziert von der Universität aus Eigenmitteln. Eingeweiht wurde dieser im Sommer 2025.

„Energieschirm“ und automatisierte Klimasteuerung

Wir haben keine kalten Füße mehr im Arbeitsbereich.

Martina Klinger; Gärtnereimeisterin

Während sich die Pflanzen mit den Jahreszeiten erst noch gewöhnen müssen an die neue Umgebung, haben sich Klinger und ihr Team, bestehend aus einer weiteren Gärtnerin und zwei Auszubildenden, mittlerweile gut eingelebt in den Räumlichkeiten. Die langen Glasfronten und der Fußboden seien spürbar besser isoliert. Ein großer Vorteil im Arbeitsalltag: „Wir haben keine kalten Füße mehr im Arbeitsbereich“, berichtet Klinger. „Das ist angenehm für uns – und gleichzeitig gut für den Energieverbrauch“. Auch der „Energieschirm“ sei unverzichtbar, ein unter der Glasdecke angebrachtes lichtdurchlässiges Gewebe, das im Winter den Wärmeverlust senkt und an heißen Tagen für Beschattung sorgt. 

Praktisch seien auch mehrere unterirdische Zisternen, die große Mengen Regenwasser auffangen, wodurch die Pflanzen bewässert werden, ohne auf Trinkwasser zurückgreifen zu müssen. Es gibt große mobile Tische aus Aluminium, die sich einfach auf Rollen hin- und herschieben lassen. Eine ausgeklügelte Steuerungstechnik überwacht, wie sich Temperatur und Feuchtigkeit innen und außen verhalten und passt die klimatischen Verhältnisse im Gewächshaus automatisch an. „In den fünf Bereichen des Gewächshauses können wir damit ohne viel Aufwand ein ideales Klima für ganz unterschiedliche Pflanzen erzeugen.“ 

Pflanzen aus aller Welt – und Grünkohl

Die Flora des Uni-Gewächshauses kommt aus aller Welt. In Teilen herrscht Tropenatmosphäre. Bei bis zu 28 Grad Celsius entfalten sich Zitrusfrüchte, Palmen. Bambara-Erdnuss aus Afrika. Aechmea, ein Bromeliengewächs mit rosa Blütenständen aus Südamerika. In einem an der Wand angebrachten Topf schwebt eine Kannenpflanze, Nepenthes, fleischfressend, aus Asien. „Sie ernährt sich hauptsächlich von unseren Ameisen hier“, erklärt Klinger. Einen Raum weiter, bei etwas weniger Luftfeuchte, wo es frostfrei, aber auch nicht zu warm sein sollte, entfaltet sich die volle Blüte einer Strelitzia reginae, auch bekannt als Paradiesvogelblume, knallig orange, ursprünglich beheimatet in Südafrika. Kleinkindgroße Agaven und Sukkulenten reihen sich auf dem Boden. 

Weniger exotische Gewächse finden ebenfalls ihren Platz im Gewächshaus: Salzwiesenpflanzen aus dem Wattenmeer, das Wegerichgewächs Veronika, heimische Kräuter, Kübelpflanzen und Stauden. Einen großen Bereich, bei rund 12 Grad, nutzen Klinger und ihr Team für die Anzucht von Sämlingen, Stecklingen, Wildpflanzen, Lilien, winterharten Pflanzen. Und dann wäre da noch die „Drahthalle“: ein Außenbereich, wo ein Drahtnetz über den Aussaattöpfen aufgespannt ist. Der soll vor hungrigen Tauben und Krähen schützen. Bodendecker, Elfenblumen, Waldsteinia, Astilben, Farne wachsen dort. Speziell für wissenschaftliche Versuche mit seltenen Grünkohlsorten ist, wie auch schon am alten Gewächshaus, ein eigener Acker vorgesehen. 

Ein bisschen Platz lässt Klinger aber immer frei. Sie müsse flexibel bleiben für kurzfristige Aufträge – wenn ein Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin eine bestimmte Pflanze für Versuche in der Gärtnerei anfragt. „Wir wissen nie, was kommt“, sagt Klinger. Aussähen, pikieren, beobachten, umtopfen – die Gärtnereimeisterin hält sich bereit. 

Das könnte Sie auch interessieren:

Foto: privat
Campus-Leben Mathematik

"Mathematik, die in der Schule normalerweise nicht vorkommt"

Zum 12. Mal hat die Universität mit schulischen Partnern ein Mathecamp ausgerichtet – 75 Mathematik-Talente aus dem Nordwesten wurden ausgewählt. Als…

mehr: "Mathematik, die in der Schule normalerweise nicht vorkommt"
Sieben junge Menschen sind in einer Turnhalle. Sie sitzen auf Mattenwagen und Sprungbock.
Universität Oldenburg/ Markus Hibbeler
Campus-Leben Kultur

Fit für die Museumsarbeit

Der Studiengang „Museum und Ausstellung“ ist deutschlandweit einzigartig. Neben Theorie an der Uni tauchen Studierende tief in die Arbeit von Museen…

mehr: Fit für die Museumsarbeit
Deike Stolz / Universität Oldenburg
Campus-Leben Theologie BIS

55.000 Bände und ein weiterer Lesesaal ergänzen Angebot der Unibibliothek

Ob Bücher zur Kirchengeschichte oder theologische Nachschlagewerke: Studierende, Forschende und andere Interessierte mit Ausweis der Unibibliothek…

mehr: 55.000 Bände und ein weiterer Lesesaal ergänzen Angebot der Unibibliothek
(Stand: 16.04.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p82n13102
Zum Seitananfang scrollen Scroll to the top of the page