Zwölf niedersächsische Hochschulen haben unter Oldenburger Leitung an einem gemeinsamen Rahmen für ihre Treibhausgasbilanz gearbeitet. Nach erfolgreichem Projektabschluss lässt sich das entwickelte webbasierte Bilanzierungstool künftig landesweit nutzen.
Der erfolgreiche Abschluss des Projekts COUNTS wurde Anfang der Woche im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz in Hannover gefeiert. Drei Jahre lang hatten sich die projektbeteiligten Hochschulen des „Netzwerks Nachhaltigkeit Niedersächsischer Hochschulen” (HochNiNa) unter der Leitung der Universität Oldenburg mit der Entwicklung eines einheitlichen Bilanzierungsrahmens für ihre Treibhausgasemissionen beschäftigt. Herzstück der Ergebnisse ist ein webbasiertes Bilanzierungstool, das nun allen Hochschulen in Niedersachsen zur Verfügung gestellt werden kann. Das Umweltministerium förderte das Projekt.
„Wir freuen uns sehr, nun die für ein professionelles Nachhaltigkeitscontrolling wichtige Treibhausgasbilanzierung endlich standardisiert und vor allem mit deutlich weniger Aufwand durchführen zu können“, freute sich Projektleiterin Anna Krämer, Referentin für Klimaschutz und Nachhaltigkeit der Universität Oldenburg. Umweltstaatssekretärin Anka Dobslaw bezeichnete das COUNTS-Projekt als „einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur treibhausgasneutralen Landesverwaltung”. Das Projekt zeige, „dass es gerade bei Hochschulen ein hohes Bewusstsein für die eigene Rolle bei der Verursachung von Treibhausgasemissionen gibt und eine große Bereitschaft, die notwendige Grundlagenarbeit zu leisten, um diese in Zukunft zu reduzieren.”
Hochschulstaatssekretär Prof. Dr. Joachim Schachtner aus dem Wissenschaftsministerium ergänzte: „Das Projekt COUNTS zeigt, wie Nachhaltigkeit an Hochschulen wirksam umgesetzt werden kann: mit verlässlichen Daten, gemeinsamen Standards und praxisnahen Verfahren. Klimaschutz braucht nicht nur Überzeugung, sondern auch belastbare Entscheidungsgrundlagen. COUNTS schafft diese Transparenz, reduziert Aufwand durch das gemeinsame Tool und stärkt zugleich die Autonomie der Hochschulen. So wird Nachhaltigkeitscontrolling zu einem echten Steuerungsinstrument.“
CO2-Bilanzierungstool erweitern und weiter verbreiten: Uni schafft Personalstelle für zwei Jahre
An der Podiumsdiskussion zum Thema „Klimaschutz wirksam steuern – zur Rolle von Nachhaltigkeitscontrolling in der Zukunft“ nahm neben Dobslaw und Schachtner auch Jörg Stahlmann, Vizepräsident für Verwaltung und Finanzen der Universität Oldenburg, teil. „Unser Ziel für die nächsten Jahre ist es, das Bilanzierungstool um weitere Funktionen zu erweitern und noch mehr Hochschulen zur Verfügung zu stellen. Dafür schaffen wir als Universität Oldenburg für zwei Jahre eine Personalstelle“, sagte Stahlmann. „Treibhausgasbilanzierung ist kein Selbstzweck, sondern eine wichtige Basis für wirkungsvollen Klimaschutz – und um den geht es uns an der Universität und im Netzwerk HochNiNa.“
Die Landesverwaltung ist nach §3 des Niedersächsischen Klimagesetzes verpflichtet, bis zum Jahr 2035 Klimaneutralität zu erreichen. Damit soll die Landesverwaltung eine Vorbildrolle für die Gesellschaft einnehmen. Die Hochschulen sind als relevanter Teil der Landesverwaltung besonders gefragt. Das Netzwerk Nachhaltigkeit Niedersächsischer Hochschulen ist ein hochschulübergreifendes Netzwerk der Nachhaltigkeitsbeauftragten und Klimaschutzmanager*innen. COUNTS hat als erstes Drittmittelprojekt die Zusammenarbeit im seit 2018 bestehenden Hochschul-Netzwerk noch weiter professionalisiert und gestärkt.