• Machten auch Station im vietnamesischen Hanoi: Tobias Pieper und Nicole Franke. Foto: Privat

78 Mal ein platter Reifen

Genau 1001 Tage haben Nicole Franke und Tobias Pieper gebraucht, um mit dem Fahrrad die Welt zu umrunden. Im März 2009 waren die Uni-AbsolventInnen gestartet, im Dezember 2011 trafen sie unter großem Jubel wieder in Oldenburg ein.

Genau 1001 Tage haben Nicole Franke und Tobias Pieper gebraucht, um mit dem Fahrrad die Welt zu umrunden. Im März 2009 waren die AbsolventInnen der Universität Oldenburg gestartet, im Dezember 2011 trafen sie unter großem Jubel wieder in Oldenburg ein.

Ihre Bilanz: 31 Länder, knapp 50.000 Kilometer Fahrt und 78 Mal ein platter Reifen. „Die Idee zu einer Fahrrad-Weltreise kam von Tobias“, sagt Nicole Franke. „Er hatte schon 2000 eine Europa-Tour mit dem Rad gemacht.“ Bis Griechenland war Tobias Pieper damals geradelt – und der Gedanke, mit dem Fahrrad einmal die Welt zu umrunden, hatte ihn danach nicht mehr losgelassen. Im Studiengang Landschaftsökologie lernte er mit Nicole Franke dann die „richtige“ Freundin für einen solchen Plan kennen. „Erst einmal hatte das Studium Vorrang“, blickt Franke zurück, „doch als es auf das Ende zuging, war klar, dass wir die Weltreise machen wollen.“

Bereits während des Schreibens ihrer Diplomarbeiten begannen die beiden, sich um neue Fahrräder, Impfungen und Visa zu kümmern. Ihre Reiseplanung führte von Europa aus südlich von Kaspischem und Schwarzem Meer zunächst bis nach China. Die weitere Route über Südostasien, Australien, Neuseeland, Südamerika und die USA legten Franke und Pieper erst später fest. In Australien blieben die beiden für einen dreimonatigen Arbeitsaufenthalt, um die Reisekasse wieder zu füllen – Franke jobbte auf einem Campingplatz, Pieper als Baumpfleger.

Das eine oder andere ungute Gefühl mussten die beiden Weltenbummler sowohl bei der Planung als auch bei der Reise selbst verdrängen: „Wir hatten uns gerade für unsere Route entschieden, als Russland in Georgien einmarschierte“, sagt Franke. Als die beiden Radler Georgien durchquerten, waren die Kämpfe bereits vorbei – „doch mir war schon mulmig, als ich vor einer zerstörten Brücke stand, von der ich vorher in den Nachrichten gehört hatte“, erinnert sich Nicole Franke.

Beeindruckt waren Franke und Pieper von der Herzlichkeit in den muslimischen Ländern, die alle Ängste und Vorurteile hinwegfegte. „Diese Teekultur ist schon einzigartig, man wird da von Wildfremden von der Straße weggewunken und zum Tee eingeladen“, sagt Franke. Fast unangenehm war den beiden dagegen die Gastfreundschaft in Laos und Kambodscha. „Dort herrscht auf dem Land große Armut, und trotzdem teilen die Leute ihren Reis mit dir, weil es keinen Supermarkt in der Nähe gibt“, berichtet Franke. Überhaupt ist das „Allgemein-Menschliche“ die wichtigste Erkenntnis, die Franke und Pieper von ihrer Weltreise mitgebracht haben: „Uns hat immer wieder beeindruckt, wie viele Menschen uns ihr Haus geöffnet haben, uns im Garten haben zelten lassen, ein Bett oder Essen angeboten haben“, sagt Franke.Erschütternd fanden die Radler dagegen die zerstörte Natur und Umweltverschmutzung in vielen Ländern.

Nach 1001 erlebnisreichen Tagen, die die beiden in ihrem Blog mit dem Titel „Reise zum Horizont“ festgehalten haben, bereiteten ihnen im Dezember Eltern, Freunde und Bekannte einen begeisterten Empfang in Oldenburg. Nun orientieren sich Franke und Pieper neu und wollen erst einmal in der Bonsaigärtnerei von Tobias Piepers Eltern in Enger (Nordrhein-Westfalen) mitarbeiten.

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