Birgit Klostermann hat das letzte Wintersemester in Schweden verbracht. Möglich gemacht hat ihr dies die Förderung durch Erasmus+. Die Erfahrungen dieser Zeit möchte sie nicht missen.
Schwimmwesten überziehen, Forschungsausrüstung ins Motorboot wuchten und schließlich das Boot über die mit roten Holzhäusern gesäumte Bucht steuern: Für Birgit Klostermann ist dies eine der lebendigsten Erinnerungen an das vergangene Wintersemester, das sie an der Universität Göteborg in Schweden verbracht hat.
Die Bachelorstudentin der Umweltwissenschaften ist eine der rund 200 Oldenburger Studierenden, die jährlich dank Erasmus+-Förderung die unterschiedlichsten Erfahrungen im europäischen Ausland sammeln: Birgit forschte beispielsweise bei der Feldarbeit auf der Insel Tjärnö an der marinen Flora und Fauna der schwedischen Westküste. Sie sammelte Proben von der Küste und aus dem Meer, wohnte mit ihren Mitstudierenden auf der Station – und lernte, ein Motorboot zu steuern. „Wir durften einfach machen und haben unglaublich viel Vertrauen bekommen“, berichtet sie begeistert.
Diese Chance, nicht nur fachlich, sondern auch persönlich zu wachsen, ist aus Sicht von Christa Weers das Besondere an einem Auslandsaufenthalt. Seit 24 Jahren koordiniert die stellvertretende Leiterin des International Office das Erasmus-Programm. Seit 1987 verbindet Erasmus+ junge Menschen in Europa und darüber hinaus, es ist das weltweit größte Austauschprogramm für Studierende. Rund eine Million Studierende aus Deutschland sind bisher mit Erasmus+ ins Ausland gereist, europaweit sind es rund 17 Millionen. „Durch die gute finanzielle Förderung bietet Erasmus+ Studierenden die Chance, während des Studiums über den Tellerrand hinauszublicken“, betont Weers.
Als studentische Hilfskraft im International Office erlebt Birgit Klostermann selbst, wie Studierende von ihren Auslandsaufenthalten berichten. Auch deshalb zog es sie in die Ferne, zunächst aber innerhalb Europas. „Für meine erste Zeit wollte ich nicht ganz so weit weg“, sagt sie. Sie entschied sich für die Universität Göteborg in Schweden wegen des meeresbiologischen Angebots und der Möglichkeit, sich die Kurse in Deutschland vergleichsweise einfach anrechnen lassen zu können.
„Tatsächlich gehört Schweden seit Jahren zu den beliebtesten Erasmus-Zielen der Oldenburger Studierenden“, sagt Weers. Gemeinsam mit den Niederlanden und Norwegen bildet das Land die Spitzengruppe der beliebtesten Zielländer. Schweden ist auch eines der Länder, die Studierende aus Oldenburg umweltfreundlich erreichen können.
Nachhaltigkeit spielt wichtige Rolle
Dieser Aspekt war Birgit wichtig, sie reiste mit Bus und Bahn nach Göteborg. „Fliegen hätte sich bei der kurzen Distanz nicht richtig angefühlt“, sagt sie. Die Studentin profitierte auf diese Weise von den zusätzlichen Mitteln, die Hochschulen bereitstellen, wenn Studierende auf nachhaltige Weise zu ihrer Erasmus-Partneruni reisen.
Obwohl Birgit auch mal Heimweh hatte, würde sie sich immer wieder für ein Auslandssemester entscheiden. „Ich habe neue Denkweisen und Perspektiven mitgenommen. Ich weiß jetzt, wie andere europäische Länder die Welt sehen.“ Auch dank des Kurses auf Tjärnö konnte sie sich schnell mit den schwedischen Mitstudierenden anfreunden „und einen authentischen Einblick in die schwedischen Gepflogenheiten und ihre Kultur erhalten“, sagt sie.
Die Kombination aus fachlichen Erfahrungen, persönlicher Entwicklung und neuen Perspektiven sei einzigartig. „Wer die Möglichkeit hat, ins Ausland zu gehen, sollte es unbedingt machen“, sagt sie. Schon jetzt schmiedet sie neue Pläne - dann darf es sogar noch weiter weg sein.