Kontakt

Presse & Kommunikation

+49 (0) 441 798-5446

Instep

Internationale Studierende gut auf ihr Studium an der Universität Oldenburg vorzubereiten und sie während des Studiums zu begleiten – diese Ziele stehen im Mittelpunkt der Internationalen Studieneingangsphase INSTEP. Das Programm baut auf die Angebote und Strukturen auf, die die Universität mit dem Orientierungsjahr für Geflüchtete geschaffen hat und richtet sich an alle internationalen Interessierten, die an der Universität ein reguläres Studium aufnehmen wollen oder aufgenommen haben. Zu INSTEP gehören Sprachkurse, Workshops – etwa zum wissenschaftlichen Arbeiten – fachspezifische Angebote der Fakultäten, interkulturelle Trainings und Beratungen.

INSTEP gliedert sich in zwei Phasen. Zunächst bietet die Universität zur Studienvorbereitung gezielt Sprachkurse an, die auf die Bedürfnisse einer akademischen Ausbildung zugeschnitten sind. Ziel ist, dass die Teilnehmenden ein Sprachzertifikat erwerben, das zum Studium an einer deutschen Hochschule berechtigt. Zudem können sie Workshops der Lernwerkstatt und Vorkurse in den Fakultäten belegen. Bisher richten sich die Kurse an Interessierte, die sich für deutschsprachige Studiengänge bewerben möchten. In der zweiten Phase stehen internationalen Studierenden außerdem Workshops und Beratungsangebote studienbegleitend zur Verfügung. Hier gibt es auch Angebote auf Englisch, die künftig noch ausgebaut werden sollen, erläutert Programmkoordinatorin Liehmann. Ziel ist auch, den Studienerfolg der internationalen Studierenden insgesamt zu verbessern.

Um die interkulturellen Kompetenzen und die „Internationalisation at home“ zu fördern, wendet sich das Programm unter dem Namen „be.INSTEP“ auch an die hiesigen Studierenden: Wer möchte, kann spezielle Module zur interkulturellen oder sprachlichen Begleitung belegen und erhält dafür Kreditpunkte für den Professionalisierungsbereich. Die so ausgebildeten Tutorinnen und Tutoren unterstützen ihre internationalen Mitstudierenden, beispielsweise beim Einleben in die neue Umgebung und Kultur oder beim Deutschlernen.

Verantwortlich für INSTEP sind neben dem International Office und dem Sprachenzentrum das Referat Studium und Lehre, das Immatrikulationsamt sowie die Zentrale Studien- und Karriereberatung.

https://uol.de/instep

Kontakt

Clara Liehmann

Referat Studium und Lehre

Sprachenzentrum

+49 441 798-2697  (F&P

  • Portraitfoto von Esra Yasin, Bachelorstudentin an der Universität Oldenburg.

    Esra Yasin lebt seit vier Jahren in Deutschland und möchte Grundschullehrerin werden. Um an der Universität Oldenburg studieren zu können, hat sie Sprachkurse für internationale Studierende besucht und entsprechende Zertifikate erworben. Foto: Universität Oldenburg/Mohssen Assanimoghaddam

Neubeginn in Oldenburg

Rund 1.900 Studierende haben in diesem Herbst ihr Studium an der Uni begonnen – viele mit dem Wunsch, Lehrerin oder Lehrer zu werden. Was für viele selbstverständlich sein mag, ist für Bachelorstudentin Esra Yasin etwas Besonderes.

Rund 1.900 Studierende haben in diesem Herbst ihr Studium an der Universität begonnen – viele mit dem Wunsch, Lehrerin oder Lehrer zu werden. Was für die meisten selbstverständlich sein mag, ist für Bachelorstudentin Esra Yasin etwas Besonderes. Hier berichtet sie, warum.

„Ich träume davon, Deutsch zu unterrichten – obwohl Deutsch nicht meine Muttersprache ist. Ich komme aus der Türkei und habe Geschichte unterrichtet. Doch mein Mann und ich mussten unsere Heimat aus politischen Gründen verlassen und sind mit unseren zwei kleinen Kindern in einem Boot über das Meer nach Griechenland geflüchtet.

Seit vier Jahren lebe ich nun mit meiner Familie in Deutschland. Wir waren zunächst bei Hannover in einem Flüchtlingslager untergebracht. Über Oldenburg kamen wir nach Wymeer im Landkreis Leer. Dort haben wir drei Jahre lang gewohnt und uns wohl gefühlt. An der Volkshochschule habe ich Sprachkurse besucht, unsere Kinder waren im Kindergarten und in der Grundschule.

Doch mein Mann, der Mathematiklehrer ist, und ich wollten wieder unseren Beruf ausüben. Ich unterrichte leidenschaftlich gerne. Aber mein Abschluss als Geschichtslehrerin wird hier nicht anerkannt – auch, weil ich nach dem Studium an einer privaten Schule gearbeitet und kein Referendariat absolviert habe. Deswegen habe ich mich entschlossen, noch einmal zu studieren. Wir haben eine Universität gesucht, an der mein Mann ein zweites Fach als Gymnasiallehrer belegen und ich auf Grundschullehramt studieren kann. So sind wir nach Oldenburg gekommen. Denn hier kann man beides machen.

Nach langem Suchen haben wir eine Wohnung in der Nähe des Campus gefunden. An der Uni habe ich einen B2-Sprachkurs belegt, in dem ich viel über wissenschaftliches Sprechen und Schreiben gelernt habe. Die Lehrerenden waren sehr nett und gut vorbereitet. Sie haben mir viel beigebracht. Im Sommersemester habe ich dann den C1-Kurs gemacht, der ebenso wie der B2-Kurs Teil des Programms INSTEP ist. Ich brauchte mein Sprachzertifikat vor dem 15. Juli, um mich für das Studium bewerben zu können. Ich habe mein Bestes gegeben und war oft in der Bibliothek. Ich habe auch einen Aussprachekurs gemacht. Das war total hilfreich, aber auch schwierig.

Zusätzlich zu den Sprachkursen habe ich Vorlesungen in der Germanistik als Gasthörerin besucht. Ich wollte ein Gefühl dafür bekommen, wie das Studium hier aussieht. Ich kannte zum Beispiel den Unterschied zwischen Seminaren und Vorlesungen nicht. Nun weiß ich es. Und in Istanbul fanden alle Vorlesungen für Geschichtsstudierende im gleichen Gebäude statt. Hier gibt es viele verschiedene Gebäude und die Studierenden müssen viel über den Campus spazieren.

Inzwischen bin ich immatrikuliert und beginne das Studium für Deutsch und Sachunterricht auf Grundschullehramt. Ich mag es, Schülern etwas beizubringen, während des Unterrichtens selbst etwas von den Kindern zu lernen. Gute Deutschkenntnisse sind ein Muss, um diese Aufgabe erfüllen zu können. Daher möchte ich Germanistik studieren und alle Aspekte der Sprache beherrschen.

Ich finde meinen Migrationshintergrund auch hilfreich. Deutschland ist ein Einwanderungsland, es gibt viele ausländische Schülerinnen und Schüler. In Weener habe ich ein Praktikum in einer Grundschule gemacht. Da gab es eine Schülerin aus Rumänien, die genauso sprachlos war wie ich. Ich konnte sehr gut nachvollziehen, wie sie sich fühlte. Wenn ich es schaffe, hier Lehrerin zu werden, dann wäre es ja nicht nur für mich, sondern auch für Deutschland.“

Aufgeschrieben von Constanze Böttcher

(Stand: 25.11.2022)