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Wenn im Unterricht das Handy klingelt

Mehrere Tausend zukünftige Lehrer bildet die Universität Oldenburg aus. Einige Masterstudierende haben nun ganz praktisch in den Unterricht an niederländischen Schulen hineingeschnuppert – und interessante Unterschiede festgestellt.

Mehrere Tausend zukünftige Lehrer bildet die Universität Oldenburg aus. Einige Masterstudierende haben nun ganz praktisch in den Unterricht an niederländischen Schulen hineingeschnuppert – und interessante Unterschiede festgestellt.

Handybenutzung im Unterricht? In Maßen geduldet. Umgang zwischen Lehrern und Schülern? Auch sonst recht locker. Technische Ausstattung der Schule? Sehr gut. Dies und mehr fiel 23 Oldenburger Studierenden auf, als sie jüngst im Rahmen eines Blockseminars zwei Tage in den Niederlanden verbrachten und in Unterrichtsstunden eines Gymnasiums in Groningen und eines College in Haren hospitierten.

„Die Auseinandersetzung mit anderen Schulsystemen auch in der Praxis erweitert den persönlichen und professionellen Horizont der Studierenden“, sagt Dr. Sylvia Jahnke-Klein vom Institut für Pädagogik, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Sandra Loevenich das Blockseminar veranstaltete. Dies hätten auch die 23 Teilnehmer so erlebt.

Der zweitägigen Exkursion gingen zwei Tage Theorie voraus. Denn das deutsche und das niederländische Schulsystem seien nicht einfach zu vergleichen, sagt Jahnke-Klein: etwa aufgrund der föderalen Strukturen hierzulande beziehungsweise der unterschiedlichen Autonomiegrade dies- und jenseits der Grenze. Damit seien auch Begriffe nicht ohne weiteres übertragbar.

Auch der Einstieg in die Schulkarrieren ist demnach unterschiedlich. So wechselt man in den Niederlanden erst im Alter von zwölf Jahren auf eine weiterführende Schule. Die gemeinsame Grundschulzeit umfasst dort acht Klassenstufen, wobei die Schulpflicht bereits im Alter von fünf Jahren beginnt und viele Kinder schon mit vier Jahren die (Vor-)Schule besuchen.

Die interkulturellen Einblicke in die tatsächliche Unterrichtspraxis ermöglichte Sandra Loevenich, die nicht nur Dozentin an der Universität Oldenburg ist, sondern als Lektorin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an der Noordelijke Hogeschool in Groningen intensive Kontakte zu niederländischen Schulen pflegt und deren Dissertationsprojekt sich genau mit diesen Unterschieden der Unterrichtspraxis der beiden Länder befasst.

Neben dem lockeren Umgang im Klassenraum und der sehr guten technischen Ausstattung der Schulen fiel den Oldenburger Studierenden insbesondere das längere und häufigere selbständige Arbeiten der Schüler auf. In Gesprächsrunden mit Groninger Lehramtsstudierenden ließen sich die Eindrücke vertiefen. Dabei wurden auch Unterschiede in der Lehrerausbildung und im Berufsverständnis deutlich. Viele der niederländischen Studierenden arbeiten bereits seit Jahren in Schulen und erwerben ihren Masterabschluss berufsbegleitend – in nur einem Fach und mit intensiveren Praxisphasen als in Deutschland.

Unterschiedliche Einschätzungen auf beiden Seiten – etwa mit Blick auf das Ideal des „perfekten Lehrers“ – böten interessante Anknüpfungspunkte für weitere Exkursionen und Forschungsarbeiten, sind sich die beiden Dozentinnen einig. Sie möchten ein solches Blockseminar gerne noch häufiger anbieten.

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