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    Gemeinsam in die Zukunft: Persönliche Kontakte füllen die Kooperation der beiden Universitäten mit Leben. Foto: istock/simonkr

Eine Partnerschaft, die prägt

40 Jahre Kooperation der Universitäten Oldenburg und Groningen: Dank der langen Zusammenarbeit sind aus Groningern und Oldenburgern über die Jahre hinweg Kolleginnen und Kollegen, Freunde und Vertraute geworden − und manchmal sogar mehr.

40 Jahre Kooperation der Universitäten Oldenburg und Groningen: Dank der langen Zusammenarbeit sind aus Groningern und Oldenburgern über die Jahre hinweg Kolleginnen und Kollegen, Freunde und Vertraute geworden − und manchmal sogar mehr. Hier schildern sie ihre persönlichen Erfahrungen.

Prof. Dr. Esther Ruigendijk, Niederlandistin und Groningen-Botschafterin der Universität Oldenburg, und Jodien Houwers, Regionalkoordinatorin für Westeuropa und Senior Policy Advisor for International Relations in Groningen:

„Auch Jahre nach meinem Studium und meiner Promotion in Groningen fühlen sich Stadt und Universität dort wie „zu Hause“ an. Ich freue mich darum sehr, dass wir in den vergangenen Jahren die Kooperation intensivieren konnten. Die Zusammenarbeit ist schnell, nett und unkompliziert und macht dadurch viel Spaß. So entsteht gerade eine „Roadmap“ als Strategiepapier für die Uni- und Fakultätsleitungen. Auch in der Forschung arbeite ich gerne mit Groningen zusammen, so habe ich in einem Projekt mit Petra Hendriks das Verständnis von Personalpronomen bei niederländisch- und deutschsprachigen Kindern untersucht. Sehr spannend!“

 

 

„Seit ich 1988 an der Rijksuniversiteit begonnen habe, bin ich für die Kooperation zuständig und habe schon viele „Generationen“ von lieben Kolleginnen und Kollegen  in der Oldenburger Univerwaltung und im Präsidium erlebt. Was für mich immer bleibt: Wir sind uns nah – regional und kulturell – und doch so anders, mit Unterschieden etwa in der Verwaltung unserer Universitäten. Im Bologna-Prozess mit der Einführung von Bachelor- und Master-Strukturen haben wir viel voneinander gelernt und gemeinsam auf die Beine gestellt. Auch wenn es um gemeinsame Anträge für Drittmittel geht, kann man immer schnell schalten mit Oldenburg, weil wir einander kennen und aneinander interessiert sind.“

Johannes Stalter, Oldenburger Student der Humanmedizin, und Kim Sussmann, Medizinstudentin an der Rijksuniversiteit Groningen:

„Zwar hat es erst nach meinem Auslandsjahr in Groningen gefunkt – aber schon damals habe ich meine heutige Freundin Kim in einer Vorlesung kennengelernt. Wir haben im selben Semester studiert und erst am Ende zufällig mal nebeneinandergesessen. Wir haben uns noch ein- oder zweimal beim Feiern in der Groninger Innenstadt gesehen, das war’s, Handynummern haben wir zunächst auch nicht getauscht. Erst ein Jahr später trafen wir uns auf einem Festival für Mediziner zufällig wieder und fingen an, uns zu schreiben. Seither haben wir eine Fernbeziehung zwischen beiden Städten geführt – bis wir in der Corona-Zeit spontan hier in Oldenburg zusammengezogen sind.“

 

„Die deutschen Austauschstudierenden aus Oldenburg sind in Groningen zwar direkt aufgefallen, aber Johannes habe ich erst ziemlich am Ende seiner Austauschzeit kennengelernt. Das war in einer Vorlesung, die definitiv eine meiner lustigsten war. Danach haben wir uns noch ein paar Mal gesehen, aber dann ging es für ihn und die anderen Oldenburger schon wieder zurück. Wie der Zufall es so will, haben wir uns ungefähr ein Jahr später auf einem Festival wiedergetroffen, und da hat es dann gefunkt! Wir genießen die Zeit zusammen und fühlen uns in beiden Städten wohl. Zwar ist sein Niederländisch noch verbesserungswürdig – aber er arbeitet daran!“ 

Dr. Christiane Brokmann-Nooren, Leiterin Bereich Öffentliche Wissenschaft am C3L – Center für lebenslanges Lernen, und Anja van Berkum, langjährige Mitarbeiterin der Seniorenacademie Groningen, Drenthe, Frysland:

„Die Kooperation mit der Seniorenacademie und meiner niederländischen Kollegin Anja van Berkum hat mich mein ganzes Berufsleben begleitet: Mehr als 30 Jahre lang haben wir alljährlich unsere Treffen mit Seniorstudierenden aus Groningen und Gasthörenden aus Oldenburg nicht nur abgehalten, sondern gelebt. Die Vortragsreihe „Grenzkontakte“ in Groningen, Oldenburg und Leer – quasi „auf der Grenze“ – ist eines meiner ganz persönlichen Highlights, denn ich glaube, dass wir und unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Sachen Völkerverständigung eine ganze Menge gelernt und bewirkt haben.“

 

 

 

„Die Zusammenarbeit ist das Wichtigste, was ich in meinem Arbeitsleben gemacht habe. Auch deswegen habe ich mich sehr bemüht, jedenfalls einen Teil unseres letzten Programms in Corona-Zeiten aufrechtzuerhalten. Die Grenzkontakte haben den Teilnehmern und Teilnehmerinnen, Christiane und mir im Laufe der Jahre viel gebracht. Und mir persönlich eine zweite Heimat: Oldenburg!“

Prof. Dr. Ingo Mose, Koordinator des Masterstudiengangs „Water and Coastal Management“ (WCM), und Dr. Elen-Maarja Trell, Koordinatorin des Masterstudiengangs WCM in Groningen:

„Die Zusammenarbeit hat einen unschätzbaren Wert für die Oldenburger Umwelt- und Nachhaltigkeitswissenschaften: Sie hat Forschungsvorhaben befördert, den gemeinsamen Masterstudiengang WCM ermöglicht und zur akademischen Qualifizierung mehrerer Kolleginnen und Kollegen beigetragen. Mit Nordseeküste und Wattenmeer teilen beide Seiten ein Interessengebiet, das die Bedeutung der Kooperation eindrucksvoll untermauert: Klimawandel, Naturschutz, Tourismus und andere Themen konfrontieren uns mit Herausforderungen, auf die sich heute nur grenzüberschreitend und interdisziplinär zukunftsfähige Antworten finden lassen.“

 

 

„Der Wert unserer grenzüberschreitenden Partnerschaft geht weit über Wissensaustausch und gemeinsame Lehre hinaus. Über die Jahre haben sich Freundschaften und Solidarität zwischen Forschenden, Lehrenden und Studierenden entwickelt, Verständnis und Wertschätzung für interkulturelle und -institutionelle Unterschiede – und Funde überraschender Gemeinsamkeiten und Anknüpfungspunkte. In unserem Doppelmaster zeigt sich, dass die Kooperation ein einmaliges Potenzial für interdisziplinäre und internationale Lehre hat und den Studierenden entscheidende Einsichten bietet, um gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen im grenzüberschreitenden Gewässermanagement zu bewältigen.“

(Stand: 02.12.2020)