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Subjektivierungen

Subjektivierungen

In der Doppelgesichtigkeit, die den Begriff der Subjektivierung auszeichnet, steht dieser für jenen – diskursiv vermittelten – Vorgang, in dem das ‚Subjekt’ hervorgebracht und in dieser Hervorbringung bereits den normativen Vorgaben des Sozialen unterworfen wird (vgl. exemplarisch Foucault 1994, Butler 2001). In Form von Subjektivierungen entfalten diskursiv gefasste Entwürfe oder Vorstellungen von ‚Normalität’ ihre materialisierende Kraft, nicht allein, indem Dinge und Gegenstände des Wissens und der gesellschaftlichen Wirklichkeit in einer bestimmten Weise entworfen und sozial hervor­gebracht werden, sondern auch und zentral, indem aus Individuen Subjekte (gemacht) werden (vgl. Althusser 1977: 140), die jene soziale Ordnung buchstäblich verkörpern, der sie sich verdanken. Über den Mechanismus der Subjektivierung gelingt es normativ geladenen Diskursen deshalb maßgeblich und nachhaltig, „komplexe Zusammenhänge so auszurichten, dass diese die Handlungen jener, die sich in diesem Kraftfeld bewegen, gleichsam ‚eigenständig’ präfigurieren“ (Rieger-Ladich 2004: 211), dass also die – im Sinne der Ordnung hervorgebrachten – Subjekte in ihr „ganz von alleine […] funk­tionieren“ (Althusser 1977: 148). Projekte, die sich in diesem Bereich verorten lassen, fragen insbe­sondere nach migrationsgesellschaftlichen Subjektivierungsweisen (vgl. Mecheril & Rose 2014; Butler 2014b), wie also in und mittels Grenzformationen aus Individuen Subjekte werden, die differentielle, unterschied­liche  migrations­gesellschaftliche Handlungsvermögen, Selbstverständnisse und kritische Kompeten­zen aufweisen bzw. erlangen (vgl. Alkemeyer/Budde/Freist 2013; Alkemeyer 2014; Kunz/Schwenken 2014; Querfurt 2015).

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