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Wissensordnungen

Wissensordnungen

Explizites wie implizites, deklaratives wie prozedurales Wissen über migrationsgesellschaftliche Themen findet sich nicht nur in Organisationen (etwa Missionen, Schulen, Ausländerbehörden, Migran­tenselbstorganisationen, Förderprogramme), in der Infrastruktur und medialen (Selbst)Inszenie­rung von Diasporas und sozialen Netzwerken (etwa Pegida, Flüchtlingsbewegungen), sondern konsti­tuiert diese auch. Machtvoll ist dieses Wissen, insofern es auf Handlungsweisen und Selbst­verständ­nisse von Individuen Einfluss nimmt. Wissensordnungen und Grenzformationen stehen in einem wechselseitigen Verhältnis: Mittels Wissen werden Grenzen erzeugt, Grenzen sind zugleich inkorporiert und bringen auch heterogenes Wissen hervor. Mögliche Promotionsprojekte, die sich in diesem Bereich verorten lassen, fragen insbesondere nach (hegemonialen und gegenhegemonialen) Wissensordnungen von kirchlichen, politischen, admini­strativen, künstlerischen etc. Organisationen, Netz­werken oder einzelnen Akteuren, in denen migra­tionsgesellschaftliche Sachverhalte adressiert und Grenzen u.a. durch normative und semantische Setzungen erzeugt werden. Dieser Beobach­tungs­perspektive zuzu­ordnende Projekte können schließlich auch mediale Vermittlungs­formen und Repräsentationen von Grenzen in den Blick nehmen. Im Vordergrund der Untersuchung stehen dabei u.a. Fragen danach, in welcher Weise sich Grenzformationen (und/oder das Wissen darüber) in kulturellen und sozialen Praktiken und Aus­drucksformen manifestieren und inwiefern diese Praktiken und Ausdrucksformen zur Wirkmächtigkeit (zur ‚Spürbarkeit’) eben jener Grenzformationen, aber auch zur Artikulation transgressiver Subjekt­positionen beitragen können (vgl. dazu bspw. Butler 2012). Thema­tisiert werden also Repräsentationen von Grenzformationen, deren spezifische Ästhetiken sowie die Voraussetzungen und Bedingungen von deren Produktion, Verbreitung und Rezeption bzw. Gebrauchs in globalisierten Kontexten (vgl.  Appadurai 1986; Miller 2001). Von Interesse kann hier auch das Potential dieser Repräsentationen in der Herstellung und Zirkulation von Wissen bspw. über das ‚Eigene’ und das ‚Fremde’ sein (z.B. in Museen, vgl. Baur 2005; vgl. auch Ellwanger/Boll­mann/Herrmann 2015; in neuen Formaten von Tracht, vgl. Ellwanger 2015b; oder in populärer Musik (vgl. Butler 2014a); zu wissens­generierenden Potentialen populärkultureller Artefakte vgl. Binas-Preisendörfer/Bonz/Butler 2014).

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