Sie kommen aus Asien, Afrika, Lateinamerika und dem Nahen Osten: 23 junge Hochschulmanagerinnen und -manager nehmen derzeit am 18. Jahrgang des Weiterbildungsprogramms UNILEAD teil. Eine Erfahrung, die sie persönlich und beruflich weiterbringt.
Frühsommerliche Temperaturen, eine aufgeräumte Stadt, freundliche Menschen und ein herzlicher Empfang an der Universität – so lassen sich die ersten Eindrücke der Teilnehmenden beschreiben, die seit wenigen Tagen in Oldenburg sind. Es ist ihr erster Aufenthalt, den sie im Zuge des Weiterbildungsprojekts UNILEAD (University Leadership and Management Training) an der Universität verbringen. Ein zweiter folgt im Herbst dieses Jahres.
Das neunmonatige Programm zielt darauf ab, Nachwuchsführungskräfte aus Hochschulen verschiedener Regionen der Welt bei konkreten Projekten zu unterstützen. Beispielsweise dann, wenn es darum geht, neue Studiengänge zu entwickeln oder die Digitalisierung einer Universität voranzutreiben. Wenn sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht, wie aktuell, in einer Präsenzphase befinden, lernen sie online.
Von der Idee zur Umsetzung
Andrés Benavides aus Kolumbien arbeitet als allgemeiner akademischer Koordinator. Er möchte die Fakultäten an seiner Heimatuniversität, der Uni von Cartagena, weiterentwickeln. Es geht ihm dabei vor allem um typische akademische Angelegenheiten wie die Betreuung von Professoren, Dozenten und Mitarbeitenden, da dieser Bereich bislang vernachlässigt wurde. „Ich freue mich besonders darauf, hier viel zum Thema Projektmanagement zu lernen und zu erfahren, wie ich meine eigenen Ideen künftig in realistische Projekte umsetzen kann“, sagt er.
Erfahrungen teilen
Stephen Munuve erhofft sich durch die Weiterbildung, sein Projekt künftig besser strukturieren und umsetzen zu können. Der Kenianer leitet das International Office der Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology und ist unter anderem für die Internationalisierung der Universität zuständig. Sein Ziel ist es, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, beispielsweise durch das Festlegen von Richtlinien. Zurück in der Heimat will er das Gelernte an ein ganzes Projektteam weitergeben – zumindest ist das der Plan. „Das macht mich ein bisschen nervös, weil es Erwartungen an mich gibt. Aber ich denke, dass ich sowohl vom Erfahrungsschatz der Universität Oldenburg als auch von den anderen Teilnehmenden profitieren werde“, sagt er.
Familiäres Miteinander
Neben den Lehrveranstaltungen und dem engen kollegialen Austausch stehen während der Präsenzphase in Oldenburg einige Ausflüge auf der Agenda: So lernen die Teilnehmenden unter anderem die Oldenburger Hörforschung in Wechloy kennen und das OFFIS – Institut für Informatik. Auch ein Ausflug zum Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Bonn, der das UNILEAD-Programm fördert, ist fest eingeplant. „Nach den rund drei Wochen, die die Teilnehmenden in Oldenburg verbringen, entsteht immer ein tolles Gemeinschaftsgefühl, fast wie in einer Familie“, berichtet Programmkoordinatorin Christine Vajna. „Das reicht häufig über das Programmende hinaus.“