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Klimaschutzkonzept der Universität Oldenburg 

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Anna Sarah Krämer 

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  • Eine Luftaufnahme von oben, zu sehen ist ein großes Gebäude mit Photovoltaikanlagen auf dem Dach.

    Auf den Dächern zahlreicher Universitätsgebäude befinden sich mittlerweile Photovoltaikanlagen. Foto: Universität Oldenburg

  • Elemente einer Lüftungsanlage sind zu sehen.

    Die neuen Lüftungsanlagen der Universitätsbibliothek bewegen bis zu 100.000 Kubikmeter Luft pro Stunde. Dank Abwärmenutzung und guter Isolierung sind sie besonders energieeffizient. Universität Oldenburg/ Izabella Mittwollen

Treibhausgasbilanz: Emissionen leicht gesunken

Die CO2-Emissionen der Uni sind leicht gesunken. Energetische Sanierungen von Gebäuden zahlen sich aus. Das Klimaschutzmanagement sieht weitere Potenziale für Einsparungen. 

Die CO2-Emissionen der Uni sind leicht gesunken. Energetische Sanierungen von Gebäuden zahlen sich aus. Das Klimaschutzmanagement sieht weitere Potenziale für Einsparungen. 

Die Universität Oldenburg hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu werden. Eine wichtige Grundlage für künftige Entscheidungen auf diesem Weg ist die umfassende Treibhausgasbilanz, die das universitäre Klimaschutzmanagement alle zwei Jahre veröffentlicht. Sie zeigt, wie wirksam die bislang umgesetzten Klimaschutzmaßnahmen auf dem Campus sind und in welchen Bereichen Emissionen weiter reduziert werden können. Der aktuelle Bericht für 2024 belegt Fortschritte: Die Gesamtemissionen der Universität sind leicht gesunken. 

In Zahlen: 21.664 Tonnen CO2-Äquivalente bilanziert der Bericht für 2024. Zum Vergleich: 2022 waren es noch rund fünf Prozent mehr, mit 22.888 Tonnen. „Die leicht gesunkenen Emissionen zeigen, dass die in den vergangenen Jahren durchgeführten Maßnahmen wirken“, erläutert Klimaschutzmanagerin Anna Sarah Krämer. Die Werte für 2024 liegen zwar etwas höher als noch zu Beginn der Bilanzierung in 2019: Vor sechs Jahren waren es 21.378 Tonnen. Das habe aber damit zu tun, dass 2021 ein neues Blockheizkraftwerk am Standort Wechloy in Betrieb gegangen ist. 

Wir haben schon viel geschafft, wir müssen aber weitere Einsparpotenziale nutzen, um die nächsten Schritte in Richtung Klimaneutralität zu gehen."

Jörg Stahlmann; Vizepräsident für Verwaltung und Finanzen

Auch wenn die Emissionen seitdem wieder gesunken sind: Das Level sei insgesamt noch zu hoch, um als CO2-neutrale Universität zu gelten, sagt Jörg Stahlmann, Vizepräsident für Verwaltung und Finanzen. „Wir haben schon viel geschafft, wir müssen aber weitere Einsparpotenziale nutzen, um die nächsten Schritte in Richtung Klimaneutralität zu gehen“, so Stahlmann weiter.

Gebäude sanieren und Solarmodule installieren

Fast zwei Drittel des universitären CO2-Ausstoßes werden dem aktuellen Bericht zufolge durch den Energieverbrauch der Gebäude verursacht – rund 22 Prozent der Gesamtemissionen gehen auf den Stromverbrauch zurück, 41 Prozent auf das Heizen mit Gas. Zwei wichtige Bausteine auf dem Weg zur Klimaneutralität sind vor diesem Hintergrund die energetische Sanierung von Gebäuden und die Versorgung des Campus mithilfe regenerativer Energie. Die Universität hat hier bereits große Erfolge erzielt: So sind die Emissionen im Bereich Gebäudeenergie im Vergleich zu 2022 um 19 Prozent gesunken. 

Zurückzuführen ist das auf zahlreiche Einzelprojekte: Seit 2024 nutzt die Uni zum Beispiel Abwärme des Rechenzentrums zum Heizen und spart allein damit jährlich rund 100 Tonnen CO2 ein. Die Zentralbibliothek hat 2025 eine besonders energieeffiziente Lüftungsanlage bekommen. Die Ringfassade rund um den Innenhof auf dem Campus Wechloy wurde 2023 neu verglast, um Wärmeverlusten entgegenzuwirken. Und so soll es weitergehen: 2026 werden beispielsweise Fassade und Dach des Gebäudes A10 gedämmt, Fenster ausgetauscht und PV-Anlagen installiert.

Neue Photovoltaikanlagen finden sich mittlerweile über den gesamten Campus verteilt: etwa auf dem Dach der Bibliothek, des Hörsaalzentrums, des Sportgebäudes oder des Forschungsbaus NeSSy. „Beim Ausbau von PV-Anlagen auf den eigenen Dächern sind wir bundesweit Vorreiter, in Niedersachsen sogar führend“, betont Krämer.

Gleichzeitig ist noch viel zu tun: Zahlreiche Gebäude sind im unsanierten Zustand aus den 1980ern. „Im Kleinen setzen wir zwar kontinuierlich Maßnahmen um, der große Wurf kann uns aber nur gelingen, wenn das Land endlich etwas gegen den großen Sanierungs- und Modernisierungsstau tut. Wenn unsere Universität und andere Hochschulstandorte funktionsfähig bleiben und einen spürbaren Beitrag zum von der Landesregierung selbst gesteckten Ziel der Klimaneutralität leisten sollen, müssen zusätzliche Investitionen her“, fordert Stahlmann. 

Besonders relevant werde in den kommenden Jahren auch die Umstellung der Energieversorgung, spätestens wenn 2030 die Blockkraftheizwerke abgängig werden. „Wir haben ein Energiekonzept entwickelt, das eine flächendeckende Wärmeversorgung mit Wärmepumpen vorsieht“, sagt Krämer. Dieses befinde sich momentan in Abstimmung. 

Alltagsmobilität klimafreundlicher gestalten

Klimaneutralität ist nicht allein durch technische Maßnahmen zu erreichen. Laut Bericht fällt als weiterer großer Bereich die Alltagsmobilität ins Gewicht. Hochrechnungen für die Uni gehen von rund 29 Prozent Anteil an den Gesamtemissionen aus. Dieser ist zuletzt gestiegen: um rund neun Prozent im Vergleich zu 2022, um rund 37 Prozent im Vergleich zu 2019. „Das ist darauf zurückzuführen, dass wieder mehr Universitätsangehörige den Privat-Pkw für den Arbeitsweg nutzen“, erläutert Krämer und bezieht sich dabei auf eine Mobilitätsbefragung von 2024. Rund 23 Prozent der Studierenden und 43 Prozent der Beschäftigten nutzen regelmäßig das Auto auf dem Weg zur Universität. Der Großteil der Studierenden (74 Prozent) und Beschäftigten (61 Prozent) wohnt weniger als zehn Kilometer vom Universitätsstandort entfernt. 

Die Uni will vor diesem Hintergrund Anreize schaffen, damit mehr Mitarbeitende vom Auto auf nachhaltige Verkehrsmittel umsteigen. Ein Instrument von vielen wäre die Einführung eines Stellplatzmanagement mit Parkraumbewirtschaftung auf dem Unigelände, zu dem das Präsidium einen Prüfauftrag erteilt hat. Hochschulangehörige werden aktiv in diesen Prozess eingebunden, etwa durch Informationsveranstaltungen und das Mobilitätsforum, das am 19. März stattfindet. „In Kombination mit der Förderung von klimafreundlichen Anreisemöglichkeiten kann das Stellplatzmanagement ein wirkungsvolles Instrument sein, um den privaten Pkw-Gebrauch und damit den CO2-Ausstoß zu senken, die Flächeneffizienz zu steigern und den Weg für nachhaltigere Mobilität zu ebnen“, sagt Krämer. 

Gleichzeitig wolle die Uni das Radfahren noch attraktiver machen. Hier wartet die Universität auf die Umsetzung des Fahrradleasings für alle Beschäftigten durch das Land. „Wir hoffen, dass das Land die Umsetzung wie angekündigt in 2026 realisieren kann“, so Krämer. Immerhin: die Universität Oldenburg ist seit 2025 als fahrradfreundlicher Arbeitgeber zertifiziert, weil sie Studierende und Beschäftigte aktiv dabei unterstützt, auf nachhaltige Mobilität „umzusatteln“. 55 Prozent der Mitarbeitenden und 60 Prozent der Studierenden fahren bereits mit dem Fahrrad zu den Standorten Haarentor und Wechloy. Es gibt zudem eine große Zahl an Abstellanlagen für Räder – mit insgesamt 4.330 Stellplätzen. 

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(Stand: 10.02.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p82n12768
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