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Aufmerksamkeitstherapie

Evidenzbasierte Aufmerksamkeitstherapie nach Hirnschädigung

Do. 18.30-19.25 Uhr

Walter Sturm

Störungen der Aufmerksamkeit sind sehr häufig und in ca. 80% von Hirnschädigungen unterschiedlichster Ätiologie zu erwarten. Für Fragen der Möglichkeiten zur Wiedereingliederung in Alltag und Beruf kommt der Therapie von Aufmerksamkeitsstörungen daher eine zentrale Bedeutung zu. Die für die Diagnostik und Therapie von hirnschädigungsbedingten Aufmerksamkeitsstörungen von der Gesellschaft für Neuropsychologie entwickelten und mit allen an der Rehabilitation beteiligten Berufsgruppen abgestimmten und publizierten evidenzbasierten Leitlinien werden vorgestellt.
Entsprechend der Qualität der Störung müssen Aufmerksamkeitsfunktionen hochspezifisch therapiert werden. Insbesondere bei Störungen der Aufmerksamkeitsintensität kann es bei Anwendung ungeeigneter, zu komplexer Therapieprogramme sogar zu einer weiteren Verschlechterung der Funktion kommen. Im Gegensatz zu anderen kognitiven Funktionen sind zumindest einige Aufmerksamkeitsleistungen durch computergestützte Stimulationstherapie unmittelbar beeinflussbar, ohne dass dem Patienten spezielle Strategien vermittelt werden müssen. Diese stimulierenden und aktivierenden Verfahren müssen jedoch ggf. durch andere Maßnahmen (z. B. Selbstinstruktionstechniken) und verhaltenstherapeutische Methoden, durch Hilfen bei der Organisation des Alltags (z. B. Vermeidung von Ablenkung, Einlegen von Pausen) aber auch durch Einbeziehung und Neuorganisation des Patientenumfelds ergänzt werden.
Neben Verbesserungen formaler Aufmerksamkeitsleistungen konnte auch ein positiver Einfluss der Therapie auf Alltagsfunktionen beobachtet werden.

Webmviyasterkc (internet@uol.de) (Stand: 07.11.2019)