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Therapieevaluation

Initiatve für klinikübergreifende Therapieevaluation – Was ist möglich, wer macht mit?

Angelika I.T. Thöne-Otto & Sandra Verena Müller

Sa. 9.00 Uhr

Dauer: 3h

Der Workshop richtet sich an stationär und ambulant tätige (leitende) NeuropsychologInnen, die in ihrer klinischen Arbeit – sei es aus gesundheits- / berufspolitischem oder auch wissenschaftlichem Interesse – zur Verbesserung der Evidenzbasierung neuropsychologischer Therapieverfahren beitragen wollen. Gemeinsam werden wir Ideen entwickeln, wie multizentrische Evaluationsstudien in die alltäglichen klinischen Abläufe integriert werden können, und dies in einem konkreten Projekt umsetzen.

Wie alle therapeutischen Verfahren steht auch die Neuropsychologie heute unter der kritischen Bewertung der Evidenzbasierten Medizin (EBM). Nicht zuletzt die Kostenträger fordern immer häufiger empirische Wirksamkeitsbelege. Gleichzeitig kommen Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen bei der Bewertung neuropsychologischer Studien häufig zu dem Ergebnis „es gibt zwar Hinweise auf eine Wirksamkeit, es fehlen aber noch ausreichende Studien“. Mit diesem Workshop verfolgen wir folgende Ziele:

  1. Die Teilnehmer werden die Methoden der Evidenzbasierten Medizin kennenlernen, besser verstehen, wie entsprechende Publikationen (Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen) zu interpretieren sind, und Argumente erhalten, um sich kritisch mit den Studienergebnissen auseinandersetzen zu können
  2. Wir werden mit Ihnen Möglichkeiten und Rahmenbedingungen diskutieren, wie Evaluationsstudien in den klinischen Alltag integriert werden können. Dabei soll ein konkretes Projekt auf den Weg gebracht werden, für das wir Mitstreiter suchen.

Im ersten Teil des Workshops werden die Grundlagen der Evidenzbasierten Medizin (EBM) erläutert. Ziel der EBM ist es, für vorliegende Evaluationsstudien anhand methodischer Kriterien eine Güteklassifikation (Evidenzklassen) vorzunehmen und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. Dabei wird die Passgenauigkeit dieses aus der Medikamentenforschung stammenden Verfahrens für die Neuropsychologie kritisch diskutiert, und das Handwerkszeug vermittelt, um Meta-Analysen verstehen und interpretieren zu können. Darüber hinaus wird die Bedeutung der EBM und entsprechend methodisch hochwertiger Studien für die Leitlinienentwicklung herausgearbeitet. Auf diesem Hintergrund wird die Notwendigkeit von multizentrischen Studien deutlich. Im zweiten Teil werden Ideen entwickelt, wie mit Hilfe moderner Telekommunikationsmedien multizentrische Studien organisiert werden können. Es wird ein konkretes Projekt vorgestellt, und die Rahmenbedingungen einer Durchführung erläutert. Dabei sollen konkrete Durchführungsmöglichkeiten im ambulanten und stationären Setting gemeinsam diskutiert werden: Welche Ressourcen sind für Kliniker erforderlich, um sich an einer solchen Studie zu beteiligen und in welcher Form können Therapiestudien, in den klinischen Alltag eingebunden werden.

Webmaster (inte5hu4rrnetaxctz@uoonl.de) (Stand: 07.11.2019)