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Stimmen aus der Universität

Stimmen aus der Universität

Stimmen aus der Universität und ihrem Umfeld verweisen auf Risiken für die künftige medizinische Versorgung, aber auch auf die negativen Folgen fehlender Räume und Labore für aktuelle und zukünftige Studierende, Lehrende und Forschende.

„Großes Unverständnis und Besorgnis“ löst der Plan der Landesregierung, die für das Lehr- und Forschungsgebäude vorgesehenen Mittel nicht in den Haushalt einzustellen, beim Senat der Universität aus. „Diese Entscheidung konterkariert die hervorragende Aufbauleistung der Universität Oldenburg und ihrer Kooperationspartner“, betont der Senat in einer Stellungnahme und verweist auf das positive Votum des Wissenschaftsrates aus dem vergangenen Jahr.
Stellungnahme Senat

Der Wissenschaftliche Beirat der Universitätsmedizin Oldenburg sieht ohne den geplanten Neubau des Lehr- und Forschungsgebäudes „das bisher mit viel Erfolg errichtete Fundament der Universitätsmedizin“ gefährdet. Als Nahtstelle zwischen Forschung und Krankenversorgung sowie als Plattform für translationale Forschung und somit medizinischen Fortschritt sei dieses Gebäude die Voraussetzung für das Besetzen neu eingerichteter Professuren und das Halten bereits berufener Professorinnen und Professoren. Der Ausbau der Universitätsmedizin erfordere zwingend die entsprechende Infrastruktur, betonen die sechs renommierten Medizinexpertinnen und -experten, die die Medizinische Fakultät beraten. Sie verweisen auf das von der Fakultät vorgelegte „innovative Konzept zur sektorenübergreifenden Versorgung der Bevölkerung“, das die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum nachhaltig verbessern und die Gesundheitsberufe stärken solle.
Stellungnahme Beirat

Der Hochschulrat der Universität Oldenburg hat den Ministerpräsidenten Stephan Weil zu raschem Handeln aufgefordert. Angesichts der hohen Nachfrage nach Medizinstudienplätzen und eines ebensolchen Ärztebedarfs gerade auch im Nordwesten halte er „die Stilisierung eines Wettbewerbs zwischen den drei niedersächsischen Standorten zu einem Konkurrenzkampf“ für falsch, so der Hochschulratsvorsitzende Jörg Waskönig. Ohne Neubau sei unklar, wo künftig 200 neue Oldenburger Medizinstudierende pro Jahr ihre Präsenzveranstaltungen abhalten sollten. Zugleich befürchtet er Folgen für die medizinische Forschung: Wo Professorinnen oder Professoren im Einstellungsgespräch angemessene Forschungseinrichtungen versprochen worden seien, „kann man aktuell nur interessante Bauskizzen zeigen, während der Baubeginn auf unbestimmte Zeit nach hinten rückt“. Gegenüber den niederländischen Partnern im europaweit einzigartigen Modellstudiengang stehe auch der Ruf Niedersachsens auf dem Spiel, wenn es sich nicht an Zusagen halte.
Offener Brief Hochschulrat

Opfer der Entscheidung der Landesregierung seien „in erster Linie die Patientinnen und Patienten in unserem Land, deren Gesundheit durch den Ärztemangel aufs Spiel gesetzt wird“, so das Department für Humanmedizin der Universität Oldenburg in einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten. Die unterzeichnenden Direktoren – der Humangenetiker Prof. Dr. John Neidhardt, der HNO-Uniklinikchef Prof. Dr. Andreas Radeloff und der Neurologe und Uniklinikdirektor Prof. Dr. Karsten Witt – betonen, als neuberufene klinische Professoren könnten sie diesen Ärztemangel schon jetzt belegen. „Dieser Mangel ist Realität und wird mit der Entscheidung gegen das Lehr- und Forschungsgebäude weiter verstärkt.“ Die Direktoren des Departments sehen daneben die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Groningen in Frage gestellt – und das, obwohl das Wissenschaftsministerium in Hannover das Fehlen von 19.000 Quadratmetern Lehr- und Forschungsflächen anerkannt habe.
Brief Department Humanmedizin

Nicht zuletzt bei den Studierenden der Medizinischen Fakultät in Oldenburg sorgt das Versagen der Mittel für den Neubau für „großes Entsetzen und Unverständnis“. Sie sprechen von einem „Wortbruch“ der Politik, da ungeachtet von Versprechungen aus dem Wissenschaftsministerium und von Bekenntnissen der Landesregierung „offensichtlich keine Stärkung der hiesigen Medizinischen Fakultät gewollt“ sei. Sie zeigen sich überzeugt vom Konzept des Studiengangs – die Erfolge der bisherigen Absolventinnen und Absolventinnen gäben sowohl der Idee als auch deren Umsetzung recht. Um diese Qualität bei wachsender Anzahl von Studienplätzen aufrechtzuerhalten, sei das Lehr- und Forschungsgebäude dringen notwendig. „Auch und gerade in der aktuellen Covid-19-Krise demaskiert sich der ohnehin kritische Fachkräftemangel im Gesundheitswesen noch weiter“, so die Studierenden. An den niedersächsischen Fakultäten werde exzellenter medizinischer Nachwuchs ausgebildet. „Diese Ressource unnötig zu verknappen, erscheint uns mehr als irrational.“
Stellungnahme Fachschaft

Internetkoordinator (Stand: 11.09.2020)