Erfahrungsberichte aus dem FWJ in der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Erfahrungsberichte aus dem FWJ in der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Hier berichten Teilnehmende des Freiwilligen Wissenschaftlichen Jahres (FWJ) von ihren Erfahrungenin der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Uni Oldenburg.

Christine Koch, FWJ 2025/2026

Warum hast du dich dafür entschieden, ein Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr zu machen?

Ich habe mich für das FWJ entschieden, weil ich mir nach dem Abitur noch unsicher war, was ich als Nächstes machen möchte, so wie es vermutlich vielen geht. Zuerst habe ich darüber nachgedacht, ein FSJ zu machen, um ein Jahr zu überbrücken. Allerdings habe ich mich nie wirklich in einem sozialen Beruf gesehen. Als ich dann zufällig vom FWJ gehört habe, dachte ich sofort: „Das ist perfekt für mich.“
Psychologie, Biologie, Medizin und verwandte Fachgebiete haben mich schon immer fasziniert. Gleichzeitig wusste ich lange nicht, welche Richtung davon mich am meisten interessiert. Da ich es liebe, mich intensiv in Themen einzulesen und dem „Warum“ auf den Grund zu gehen, kam irgendwann die Frage auf, ob Forschung vielleicht genau das Richtige für mich sein könnte. Also habe ich mich schließlich für das FWJ entschieden!
Außerdem dachte ich mir: Selbst, wenn sich herausstellt, dass Forschung doch nicht das Richtige für mich ist, würde ich trotzdem viel über mich selbst lernen und Erfahrungen in einem Bereich sammeln, mit dem man außerhalb der Universität nur selten in Berührung kommt.

Wo bist du eingesetzt und was sind deine Aufgabenbereiche?

Ich bin an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie eingesetzt. Dort arbeite ich an einer Einsamkeitsstudie mit, in der untersucht wird, wie sich soziale Berührung in Form von Massagen auf einsame Menschen auswirkt. Dabei werden unter anderem Speichel- und Blutproben erhoben, MRT-Untersuchungen durchgeführt sowie Fragebögen zum Befinden der Teilnehmenden ausgewertet.
Meine Hauptaufgabe innerhalb der Arbeitsgruppe ist die Organisation der Studie. Ich koordiniere Termine, übernehme klassische Verwaltungsaufgaben, sowie die Rekrutierung von Probandinnen und Probanden. Bei Terminen, wie etwa MRT-Untersuchungen, bin ich ebenfalls dabei, erkläre die Abläufe und achte darauf, dass die Proben ordnungsgemäß sortiert und dokumentiert sind. Neben meinen täglichen Hauptaufgaben bekomme ich immer wieder zusätzliche Aufgaben übertragen wie das Erstellen von Fragebögen, das Gestalten und Verteilen von Flyern sowie das Pipettieren von Blutproben.

Was hat dich positiv überrascht?

Besonders positiv überrascht hat mich, wie viel Vertrauen und Verantwortung mir entgegengebracht werden. Obwohl ich Freiwillige bin, habe ich einen großen Anteil an der Organisation der Studie und trage dazu bei, dass die Abläufe reibungslos funktionieren. Es ist ein sehr gutes Gefühl zu wissen, dass die eigene Arbeit irgendwie dazu beiträgt, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen und Forschung voranzubringen.

Was hast du bisher in deinem Freiwilligendienst gelernt?

Vor allem habe ich gelernt, wie Forschung im Alltag tatsächlich aussieht, und durch die tägliche Arbeit am PC habe ich definitiv einige technische Fähigkeiten dazugewonnen. Außerdem konnte ich viel Wissen aus den Vorlesungen der Universität mitnehmen, die wir zusätzlich zum normalen Arbeitsalltag besuchen dürfen.
Persönlich bin ich deutlich selbstbewusster geworden, sowohl im Kontakt mit Probandinnen und Probanden als auch im Privatleben. Ich habe viel über mich selbst gelernt, darüber, welche Themen mich interessieren, welche Art von Arbeit mir Freude macht und in welche fachliche Richtung es mich zukünftig zieht. 

Was würdest du zukünftigen Freiwilligen mit auf den Weg geben?

Ich kann nur empfehlen, einmal in die Forschung hineinzuschnuppern, wenn grundsätzlich Interesse daran besteht. Es lohnt sich sehr und bietet die Möglichkeit, bereits vor dem Studium, oder auch ganz unabhängig davon, wertvolle Erfahrungen in der Wissenschaft zu sammeln.
Und wenn du bereits festgestellt hast, dass ein FWJ etwas für dich sein könnte: Hab keine Angst vor der Bewerbung oder dem weiteren Verlauf. Alle hier sind sehr lieb und hilfsbereit und unterstützen dich sehr gerne bei Unsicherheiten oder Unklarheiten!


Elisa Nordlohne, FWJ 2023/2024

Warum hast du dich dazu entschieden, ein Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr zu machen?

Ich habe im Jahr 2023 mein Abitur absolviert und brauchte danach noch ein Jahr zur Orientierung, da ich mir unsicher war, was ich studieren möchte. Weil ich immer schon sehr interessiert an den Naturwissenschaften und der Psychologie war, hat sich ein FWJ angeboten, um die wissenschaftliche Forschung hautnah mitzuerleben und den Arbeitsalltag eines*einer Wissenschaftlers*in besser kennenzulernen.

Wo bist du eingesetzt und was sind deine Aufgabenbereiche?

Ich bin in der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie eingesetzt und arbeite in der Forschungsabteilung (NEMO Lab). Hier werden viele verschiedene Studien durchgeführt, u.a. um die Behandlungsmöglichkeiten für Patient*innen mit Depressionen oder Schizophrenie zu verbessern. Ich habe die Möglichkeit, in jede dieser Studien Einblicke zu bekommen. Zurzeit helfe ich hauptsächlich bei zwei Studien mit: Eine beschäftigt sich mit sozialer Interaktion und die andere mit den Auswirkungen von sozialer Berührung auf Einsamkeit. Meine Aufgaben sind dabei zum einen das Erstellen von Plakaten und Texten für die Website, um die Studien vorzustellen. Außerdem vereinbare ich Termine mit Proband*innen, führe psychiatrische Interviews mit ihnen durch und begleite Messungen im MRT-Scanner. Nach diesen Messungen gibt es immer einen kleinen Anteil an Laborarbeit, bei der Blut- und Speichelproben verarbeitet werden. Auch gehört es dazu, nach den Terminen die Daten in Excel-Tabellen zu übertragen. Mit diesen Daten durfte ich in den letzten Wochen sogar schon eine eigene Analyse durchführen.

Welchen Herausforderungen musstest du dich bis jetzt stellen?

Die größte Herausforderung war für mich definitiv das Ankommen in der Arbeitswelt. In der Schule war alles genau vorgegeben und getaktet – im Joballtag hingegen ist jeder Tag ein bisschen anders und nicht von vornherein genau planbar. Trotzdem habe ich viel mehr Freiheiten, meinen Tag individuell zu gestalten, was anfangs noch sehr ungewohnt war.

Was hat dich positiv überrascht?

Positiv überrascht hat mich, dass ich in viele Prozesse aktiv mit eingebunden bin und mit meinen Aufgaben sehr viel Verantwortung übernehmen darf. Außerdem habe ich die Möglichkeit, meinen Arbeitsalltag nach meinen Wünschen mitzugestalten und sehr selbstständig zu arbeiten. Gleichzeitig bieten meine Kolleg*innen mir Einblicke in verschiedene Bereiche der wissenschaftlichen Arbeit sowie auch der Arbeit mit Patient*innen an, sodass ich einige Facetten der Arbeit in der Psychiatrie kennenlernen kann.

Was glaubst du, bringt dir dieses Jahr?

Dieses Jahr bringt mir auf jeden Fall einen vielschichtigen Einblick in die Forschungsarbeit, aber auch in das Uni-Leben. Ich belege in der Uni einen Englischkurs und besuche regelmäßig Vorlesungen, um einen Überblick über die verschiedenen Studiengänge zu bekommen. Das FWJ zeigt eine Schnittstelle zwischen dem Kennenlernen des Studiums und der Arbeitswelt auf. Schon jetzt ist mir durch dieses Jahr etwas klarer geworden, in welche Richtung es mit meinem Studium gehen wird und in welchem Umfeld ich später arbeiten möchte. Ich hoffe, dass sich meine Entscheidung nach diesem Jahr dann endgültig verfestigt.

Was hast du bisher in deinem Freiwilligendienst gelernt?

Ich habe definitiv gelernt, selbstständig zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Am Anfang habe ich sehr viele wissenschaftliche Paper gelesen, um mehr über meinen Arbeitsbereich zu lernen. Dadurch habe ich mein Wissen in der Neurobiologie und der Psychologie erweitert und beispielsweise gelernt, wie bestimmte Hormone das Verhalten beeinflussen. Auch konnte ich mich mit verschiedener Anwendersoftware wie bspw. der Programmiersprache MATLAB oder der Statistiksoftware SPSS vertraut machen. Außerdem bin ich sicherer im Umgang mit Proband*innen geworden und habe gelernt, in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben und diese zu lösen.

Was würdest du zukünftigen Freiwilligen mit auf den Weg geben?

Das FWJ bietet unglaublich tolle Erfahrungen und Einblicke in die Arbeitswelt und in das Studium. Gerade wenn ihr euch noch nicht sicher seid, wie es nach der Schule weitergehen soll, nutzt das Jahr, um einen aktiven Einblick ins praktische Arbeiten zu bekommen. Lasst euch nicht entmutigen, wenn mal etwas nicht direkt klappt oder ihr etwas nicht direkt versteht – es ist immer jemand da, der euch eure Fragen gerne beantwortet. Und scheut nicht davor zurück, Wünsche zu äußern, euer FWJ aktiv mitzugestalten, und auch die Angebote der Uni zu nutzen (bspw. Vorlesungen oder Seminare zu besuchen).
Ihr werdet in einem FWJ vieles lernen und einmalige Erfahrungen machen!


Wo bist du eingesetzt und was sind deine Aufgabenbereiche?

Ich arbeite im Department für Humanmedizin, in der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. In meiner Arbeitsgruppe gibt es unter anderen verschiedenen Studien zum Thema ADHS im Erwachsenenalter, an denen ich mitarbeite. Zu meinen täglichen Aufgaben gehört es mit Proband_innen, die an Studien interessiert sind, zu telefonieren und Daten der Fragebögen, die von ihnen ausgefüllt wurden, in ein digitales Psychodiagnostik-Programm einzugeben. Außerdem nehme ich an Fallkonferenzen, Teamsitzungen sowie Forschungsbesprechungen teil. Zum einen kann ich in der ADHS-Ambulanz bei Gesprächen, die zwischen Psychologen und Proband_innen geführt werden, zuhören und so etwas über Diagnostik und Therapie bei Proband_innen mit adultem ADHS lernen.

Warum hast du dich dazu entschieden, ein Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr zu machen?

Ich habe mich für ein Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr entschieden, da ich mir nach dem Abitur noch ein Jahr lang Zeit zur Orientierung nehmen wollte, um danach noch motivierter mit einem Studium anzufangen. Außerdem wollte ich mir im Klaren darüber werden, was ich wirklich machen möchte. Die Forschung in den Naturwissenschaften und besonders im medizinischen Bereich hat mich schon immer sehr interessiert und ich dachte es sei sehr spannend tiefere Einblicke in dieses Thema zu bekommen. Des Weiteren wollte ich wissen, wie Studien aufgebaut sind und Daten später ausgewertet werden. Ich hoffe, dass ich nach dem Jahr weiß, ob ich es mir vorstellen kann später einmal selbst in der Forschung zu arbeiten. 

Was glaubst du, bringt dir dieses Jahr?

Ich glaube, dieses Jahr hilft mir vor allem selbstständiger zu werden und zu lernen mit ungewohnten oder unangenehmen Situationen (z.B. mit schwierigen Proband*innen sprechen) umzugehen. Eines meiner Ziele ist, nach diesem Jahr, besonders mit Hinblick auf den medizinischen Bereich, mehr zu wissen und kennenzulernen. Das erreiche ich nicht nur durch meine Arbeit, sondern auch durch verschiedene Vorträge an der Uni, zu denen zum Beispiel wissenschaftliche Vorträge im Rahmen einer Besetzung für eine Professur in der medizinischen Fakultät gehören. Außerdem kann ich auch an Vorlesungen an der Uni teilnehmen, die von meinen Kolleg_innen gehalten werden. Ich hoffe, dass ich nach diesem Jahr weiß, was ich später machen möchte.

(Stand: 25.06.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p105401
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