Erfahrungsberichte aus dem FWJ in der Arbeitsgruppe Biologische Psychologie

Erfahrungsberichte aus dem FWJ in der Arbeitsgruppe Biologische Psychologie

Hier berichten Teilnehmende des Freiwilligen Wissenschaftlichen Jahres (FWJ) von ihren Erfahrungen in der Arbeitsgruppe Biologische Psychologie an der Uni Oldenburg.

Greta Fuchs, FWJ 2025/2026

Warum ich gedacht hab: „Ja, das probier ich!“

Mir war nach dem Abi klar, dass ich noch etwas vor dem Studium machen möchte. Ich bin bereits seit meiner Kindheit an Biologie, besonders Humanbiologie, interessiert. So bin ich auf die Forschung gekommen. Da ich bisher jedoch noch keine Berührungspunkte mit dieser hatte, wollte ich erstmal die Chance haben, einen realistischen Einblick zu erhalten. Daher ist ein FWJ ideal für mich gewesen.

So sieht ein ganz normaler Tag bei mir aus

Meine Tage können sehr unterschiedlich aussehen, da wir sehr vielfältige Einsatzbereiche haben, z.B. Unterstützen von Studien, Datenaufbereitung oder Aufgaben in der Wissenschaftskommunikation (SCoP). Es gibt Tage, an denen wir ganztägig bei Studien helfen, ob am MRT oder an der Uni Bremen, und es gibt Tage an denen wir einen Großteil mit Datenaufbereitungsaufgaben im Büro verbringen. Nehmen wir heute als Beispiel. Ich bin um 09:30 im Büro gewesen. Von ca. 10:15- 11:15 hatten wir Labmeeting. Um 11:30 Uhr war ich bereits Mittag essen, zusammen mit den beiden FWJlerinnen aus der Arbeitsgruppe unter uns. Anschließend habe ich eine Layperson Summary übersetz, Fragebögen für eine anstehende Studie digitalisiert und eine kleine Aufgabe für SCoP erledigt. Gerade schreibe ich diesen Erfahrungsbericht und gleich werde ich zum Englischkurs aufbrechen, denn wir im Rahmen des FWJs in einem Semester belegen. Letze Woche Mittwoch sah mein Tagesablauf jedoch vollkommen anders aus. Ich war bereits um 08:00 Uhr beim MRT und habe den ganzen Tag bei einer Studie geholfen. Wir assistieren bei den MRT-Messung, können bei den psychologischen Tests zugucken und führen z. B. den Tap-M durch (ein Reaktionszeittest).

Herausforderungen

Die größte Herausforderung ist auf jeden Fall, dass man sich eigenständig organisieren und motivieren muss. Das kann sehr angenehm sein, da man hierdurch flexible ist. Es kann jedoch auch sehr anspruchsvoll sein. Man muss lernen, welche Aufgaben zu priorisieren sind und an diesen konsistent zu arbeiten. Ohne jemanden der einem dabei über die Schulter guckt. Man lernt hierdurch Eigenverantwortung und gute Organisation sehr zu schätzen.

Und danach? So geht’s für mich weiter

Für mich geht’s nach dem FWJ (hoffentlich) mit einem Medizinstudium weiter. Eigentlich wollte ich zu Beginn des FWJs Biomedizin oder vielleicht molekular Biologie studieren. Das FWJ hat mir die Zuversicht und die Ressourcen gegeben, dass ich mich jetzt doch traue mich in Richtung Medizin zu orientiere.

Mein Tipp an alle, die überlegen, ein FWJ zu machen

Ich kann dir ein FWJ empfehlen, wenn du Mut hast Fragen zu stellen und Interesse und Offenheit fürs lernen mitbringst.


Johann Stolle, FWJ 2025/2026

Mein FWJ in drei Worten

Orientierung, Einsatz, Erkenntnis

Nach dem Abitur wollte ich mich nicht einfach irgendwo einschreiben, sondern erst herausfinden, ob ein Berufsweg in der Forschung wirklich zu mir passt. Das Freiwillige Wissenschaftliche Jahr an der Universität Oldenburg war meine Antwort darauf.
Mein Alltag spielt sich hauptsächlich im Büro im A7-Gebäude ab – unterbrochen von Einsätzen im Nessy-Gebäude für MRT-Studien mit Probanden und gelegentlichen Fahrten nach Bremen für weitere Studien. Ein normaler Tag beginnt früh, mit der Hoffnung, dass die Bahn mitspielt. Zwischen Büroarbeit und Studieneinsätzen gehört die Mittagspause einem Spaziergang, der Feierabend dem Sportangebot der Uni und die Heimfahrt wieder dem Optimismus gegenüber dem Nahverkehr.

Mein stärkster Moment war der erste Tag im Nessy

Hinter die Kulissen einer laufenden MRT-Studie zu schauen, zu erleben wie eine Untersuchung mit echten Probanden abläuft, und die Technik zum ersten Mal in Aktion zu sehen. Da war mir klar: Ich bin wirklich in der Wissenschaft angekommen.

Die wichtigste Erkenntnis des Jahres war eine andere

Reine Forschungsarbeit entspricht nicht meinem Berufsbild. Was mich antreibt, ist die Verbindung von Biologie, Ernährung und Wirtschaft. Wissenschaft, die in der Praxis landet. Das FWJ hat mir nicht gezeigt, wo ich hinwill, indem es mir den richtigen Weg gezeigt hat, sondern indem es mir einen falschen ausgeschlossen hat. Das ist mindestens genauso wertvoll.

Was ich dabei über mich gelernt habe

Man muss aktiv auf andere zugehen und sich in möglichst viele verschiedene Arbeitsumfelder einbringen. Nur so findet man heraus, welche Arbeit einem wirklichen Spaß macht. Wer ein FWJ macht, sollte deshalb so viel Unterschiedliches ausprobieren wie möglich, Vorlesungen besuchen und sich mit Kolleginnen und Kollegen aus dem eigenen Department vernetzen.

Als nächstes hoffe ich, im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen Lebensmittelproduktion an der Hochschule Osnabrück durchzustarten und das FWJ hat mir die Gewissheit gegeben, dass das die richtige Richtung ist.


Tara Poppehoff, FWJ 2023/2024

Warum hast du dich dazu entschieden, ein Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr zu machen?

Schon während meiner Schulzeit hatte ich den Wunsch, mein Studium in eine naturwissenschaftliche Richtung auszulegen, um zukünftig in der Wissenschaft zu arbeiten. Mit dem FWJ in der biologischen Psychologie hat sich somit die perfekte Gelegenheit ergeben, den wissenschaftlichen Alltag, unterschiedliche Bereiche und interessante Menschen kennenzulernen. Dadurch habe ich die Möglichkeit bekommen, mir noch ein Jahr Gedanken über meine genaue Studienwahl zu machen und gleichzeitig Einblicke in die mögliche Berufswelt zu erhalten.

Wo bist du eingesetzt und was sind deine Aufgabenbereiche?

Ich bin einerseits im Klinikum Oldenburg und andererseits an der Uni Oldenburg angestellt. Dabei arbeite ich in der biologischen Psychologie im NBACCHI Projekt, das sich mit den neurobiologischen Grundlagen von Veränderungen im Verhalten und Erleben bei Patient*innen nach einem Kraniopharyngeom, einem Hirntumor in der Region des Hypothalamus, beschäftigt. Patient*innen leiden dabei häufig stark unter den Folgen ihrer Erkrankung, wie z.B. hormonellen Ausfällen und starken Gewichtszunahmen. Wir erheben im Rahmen der Studie endokrinologische, neuropsychologische und MRT-Daten, bei denen ich mitwirke und sowohl mit gesunden Kontrollen als auch Patient*innen arbeite. Proben (z.B. Speichel und Blut), die wir während der endokrinologischen Untersuchungen entnehmen, schicke ich anschließend ins Labor im Klinikum, beschrifte sie, fülle sie danach um und friere sie erstmal ein, bevor sie weitergeschickt werden. Neben den ganzen Untersuchungen arbeite ich auch viel in der Dokumentation und Organisation von Daten, besuche noch einen Englisch-Kurs und ein Matlab-Seminar und habe zahlreiche Möglichkeiten, an Lab-Meetings, Symposien und Kursen teilzunehmen. Zusätzlich habe ich noch eine MRT-Einweisung bekommen und werde in Zukunft auch für das MEG eine Einweisung erhalten. Neben der NBACCHI-Studie bekomme ich noch Eindrücke von anderen Studien aus der biologischen Psychologie und habe im Rahmen der Bildungstage noch die Möglichkeit, mich mit ganz weit gefächerten Themenbereichen (Ethik in der Medizin, Sternwarte, Studienorientierung) zu beschäftigen.

Welchen Herausforderungen musstest du dich bis jetzt stellen?

Ich glaube, sehr selbstständig zu arbeiten und keine Scheu zu haben, alle möglichen Fragen zu stellen, fiel mir am Anfang etwas schwer. Inzwischen ist es für mich kein Problem mehr, mich in neue Aufgaben reinzuarbeiten und bei Unklarheiten nachzufragen oder mir Informationen, die ich für manche Probleme brauche, selbstständig zu beschaffen.

Was hat dich positiv überrascht?

Das Team und der freundliche Umgang mit uns Freiwilligen hat mich besonders positiv überrascht. Als Freiwillige stellt man sich natürlich erstmal vor, dass man aufgrund des fehlenden Wissens nicht ganz für voll genommen wird, doch das war gar nicht der Fall. Ich wurde sehr gut ins Team aufgenommen und meine Anmerkungen und Vorschläge wurden immer ernst genommen. Fragen konnte ich jederzeit stellen und wurden immer ausführlich und auf Augenhöhe beantwortet. Ich hatte auch immer das Gefühl, dass es jedem in meiner Arbeitsgruppe wichtig ist, dass mich das freiwillige Jahr persönlich weiterbringt und hatte dafür auch immer Ansprechpersonen.

(Stand: 24.06.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p104965
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