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Die Ruderalflächen

Als Ruderalflächen oder auch Kulturbrachen werden Standorte bezeichnet, die von Menschenhand oder in selteneren Fällen auch durch natürliche Ereignisse freigelegt und anschließend sich selbst überlassen wurden. Darunter zählen unter anderem Weg- und Straßenränder, Hauslücken, Gartenecken, brachliegende Äcker oder aber auch Kliffhänge, an denen es kürzlich zu einer Hangabrutschung kam. Gemeinsam haben diese Flächen, dass sie alle für eine kurze Zeit einen pflanzenfreien Rohboden aufweisen, der Nährstoffe zur Verfügung stellt und sonnenbeschienen ist. Die Vegetation an diesen Standorten, auch Ruderalvegetation genannt, zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, sehr schnell und effektiv diese Standorte zu besiedeln. Die Besiedlung kann unter anderem durch flugfähige Samen geschehen oder auch durch Samen, die über Jahre oder Jahrzehnte im Boden auf den richtigen Moment warten. Pflanzen der Ruderalflächen müssen eine große Stresstoleranz aufweisen. Häufig liegen sie in einer ungeschützten Lage, in der die Sonneneinstrahlung sehr hoch ist. Auch Überschwemmung, Trittbelastung oder andere mechanische Störungen können die Pflanzen dort belasten. In der Anfangsphase werden die Flächen von meist einjährigen Pionierpflanzen besiedelt. Von Jahr zu Jahr kommen dann immer mehr Pflanzen hinzu. Wenn die Fläche für mehrere Jahre nicht erneut freigelegt wird, können sich mehrjährige, ausdauernde Ruderalfluren entwickeln. Typische Pflanzen für die Ruderalflächen in Giglio sind unter anderem Anagallis arvensis (Acker-Gauchheil), Galactites tomentosus (Milchfleckdistel), Briza maxima (Großes Zittergras), Daucus carota (Wilde Möhre) und in großen Mengen Glebionis coronaria, die Kronen-Wucherblume.

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ICBM-Wbomebmasttzvpcer (sibetrin.riexinger@uol.de) (Stand: 08.04.2020)