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Sonderforschungsbereich 1330 Hörakustik: Perzeptive Prinzipien, Algorithmen und Anwendungen (HAPPAA)

SFB 1330 Hörakustik

Der Sonderforschungsbereich (SFB) 1330 "Hörakustik: Perzeptive Prinzipien, Algorithmen und Anwendungen" (kurz HAPPAA genannt) hat sich zum Ziel gesetzt, die Prinzipien der Sprachkommunikation detailiert zu erforschen und durch die Verbesserung von Hörhilfen die Kommunikationsfähigkeit der Bevölkerung zu unterstützen und zu fördern.

Der SFB wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für zunächst vier Jahre (2018-2022) gefördert.

Leiter des SFB ist der Psychoakustiker Prof. Dr. Volker Hohmann.

Herausforderungen der Sprachkommunikation

Menschliche Sprachkommunikation ist die Grundlage unserer Kultur und der Schlüssel zur aktiven Teilnahme an der Gesellschaft. Sie wird von einer Reihe von Faktoren wie schwierigen Hörsituationen bei gesellschaftlichen Zusammenkünften, komplexer Raumakustik, allgegenwärtigem Lärm und Nachhall sowie Hörschäden herausgefordert, die die Fähigkeit von Einzelpersonen begrenzen, ihre Kommunikationsziele in realistischen Hörumgebungen zu erreichen.

Grenzen elektroakustischer Hörhilfen

Gegenwärtig bieten elektroakustische Hörhilfen, die die akustische Kommunikation in diesen Situationen unterstützen, nur einen begrenzten Vorteil. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Wechselbeziehung zwischen diesen herausfordernden Faktoren, der Gerätefunktion und der individuellen Hördefizite nicht gut verstanden ist.

Insbesondere wird bei der Entwicklung aktueller Geräte passives Hören vorausgesetzt, wohingegen die Kommunikation im realen Leben ein aktives Zuhören erfordert. Ein Beispiel dafür sind Kopfbewegungen zu optimalen Positionierung relativ zur Schallquelle, wodurch die komplexe sich dynamisch verändernde Umgebung antizipiert und ein angemessenes Handeln ermöglicht wird. Die akustische Kommunikation erfolgt demnach in einer Schleife, die das Schallfeld, das Gerät, die Wahrnehmung des Benutzers und seine Aktivität umfasst.

Die akustische Kommunikationsschleife

Der SFB geht weit über die bisherige Forschung hinaus, indem er diese akustische Kommunikationsschleife systematisch untersucht und für die Hörmodellierung sowie für die Entwicklung und Auswertung von Hörgeräten berücksichtigt.

Der SFB zielt damit auf ein grundlegend besseres quantitatives Verständnis der Prinzipien, die der Verarbeitung komplexer akustischer Szenen durch den Menschen zugrunde liegen, die Implementierung dieses Wissens in Algorithmen zur Wahrnehmungsverbesserung der akustischen Kommunikation und die Auswertung dieser Algorithmen für unterschiedliche Anwendungen in der Unterhaltungselektronik, sowie in assistiven Systemen und Hörgeräten.

Darüber hinaus werden neuartige laborbasierte "subject-in-the-loop" -Messverfahren unter Verwendung virtueller Akustik etabliert, die die ökologische Validität der Ergebnisse sicherstellen, d.h., die Funktion der Systeme auf einen weiten Bereich realer Umgebungen unterschiedlicher akustischer Komplexität ausweiten.

Bessere Sprachkommunikation durch multidisziplinären Ansatz

Um diese Ziele zu erreichen, verbindet der SFB verschiedene Disziplinen, insbesondere Akustik, Psychoakustik, Audiologie, Ingenieurswissenschaften und physikalische Modellierung. Das angestrebte Ergebnis, d.h., bessere Unterstützung der Sprachkommunikation durch elektroakustische Geräte in realen Umgebungen, bessere Prinzipien der Mensch-Maschine-Interaktion in der Unterhaltungselektronik, sowie eine umfassende Basis für eine verbesserte Konstruktion und Evaluation von Hörgeräten, ist hoch relevant für unsere (alternde) Kommunikationsgesellschaft.

Webmaster des SFB (Stand: 10.09.2018)