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CampusGarten

Wer Interesse hat, kann sich unter melden – Neuzugänge aller Studiengänge sind immer willkommen. Der Einstieg ist jederzeit möglich.

  • Im CampusGarten können alle mitmachen, die Spaß am Gärtnern haben. Fotos: Uni Oldenburg / Daniel Schmidt

  • Im Mai konnte auch das letzte Gemüse ins Hochbeet einziehen. Nun verabreden sich die Studierenden regelmäßig zum Gießen und Unkraut zupfen.

  • Vielfältige Möglichkeiten: Die Fläche besteht aus zwei Staudenbeeten, zwei Hochbeeten aus Holzpaletten sowie mehreren Bodenbeeten für Gemüse.

Ein Garten für alle

Nur wenige Studierende haben eine Wohnung mit Balkon, Terrasse oder gar einer Grünfläche. Eigenes Gemüse, Kräuter und insektenfreundliche Blumen können sie nun trotzdem anpflanzen: im CampusGarten.

Nur wenige Studierende haben eine Wohnung mit Balkon, Terrasse oder gar einer Grünfläche. Eigenes Gemüse, Kräuter und insektenfreundliche Blumen können sie nun trotzdem anpflanzen: im CampusGarten.

Ein sonniger Freitagnachmittag im Mai: Auf einem Gelände zwischen den Gebäuden A10 und A07 ist einiges los. In einem Hochbeet zupfen mehrere Studierende Unkraut, andere stehen im Gemüsebeet und fachsimpeln, ob sich Zwiebeln als Beetnachbarn für Kürbis eignen. Durch ein Staudenbeet summen Bienen und eine Studentin rückt die kleinen Schildchen mit Pflanzennamen gerade. Einmal wöchentlich kommt eine Gruppe Studierender hier zusammen, um gemeinsam zu gärtnern – und einen Teil der Rasenfläche am Gebäude-Komplex der ehemaligen Pädagogischen Hochschule in einen bunten Garten zu verwandeln.

Der „CampusGarten“ ist ein studentisches Projekt des Nachhaltigkeitsreferats des AStA, vertreten durch Arne Schmidt. Vor einem Jahr hatten er und sein Kollege Jonas Maenicke die Idee, mehr Natur an die Universität zu bringen. „Wir wollten den Campus grüner und für die Studierenden aktiv erlebbar machen“, erklärt Schmidt, der neben Evangelischer Theologie auch Mathematik auf Grundschullehramt studiert. Ziel des Projekts sei zudem, den Studierenden das Gärtnern näher zu bringen. „Die eigentliche Arbeit hat im Januar begonnen. Die Planung läuft aber schon länger, denn um einen Garten auf dem Campus anzulegen, müssen eine Fläche zur Verfügung stehen, Mitstreitende gesucht werden und die Finanzierung geklärt sein“, so Schmidt weiter.

Hochbeete aus Holzpaletten für frisches Gemüse

Die Universität unterstützt das Projekt nicht nur durch die Flächen, sondern auch finanziell. Dafür wird es dauerhaft durch eine Lehrveranstaltung begleitet. Diese Aufgabe hat Biologie-Didaktikerin Dr. Birgit Weusmann übernommen. Seit Oktober 2021 leitet sie das Seminar „Der CampusGarten: Ein vielperspektivisches Lern- und Arbeitsfeld“. „Hier planen die Teilnehmenden den Garten, lernen die Grundlagen des Gärtnerns und können auch eine Prüfungsleistung ablegen“, sagt Weusmann, die seit 2010 an der Universität lehrt. Im Rahmen der Prüfungen sind zum Beispiel zwei Hochbeete aus Holzpaletten entstanden. In denen gedeihen Pflücksalat, Kohlrabi, Lauch und Möhre bereits prächtig.

Das Seminar findet jedes Semester statt. Wer mitgärtnern möchte, muss jedoch keinen unmittelbaren fachlichen Bezug haben und auch die Teilnahme an der Veranstaltung ist nicht verpflichtend – das Projekt steht auch allen anderen Studierenden offen, die sich in der studentischen Initiative engagieren wollen. Derzeit treffen sich insgesamt rund 15 Hobbygärtnerinnen und -gärtner, meist am Freitagnachmittag, im Garten.

Die Fläche zwischen den Gebäuden A10 und A07 war bereits im Frühjahr 2021 gefunden. Auf 100 Quadratmetern ist neben dem neuen Gartengelände auch Platz für einen kleinen Geräteschuppen. Hier lagert die Gruppe Werkzeuge wie kleine und große Schaufeln sowie Harken und Netze. Neben Gießkannen und Rankhilfen ist hier aber auch für einen Gartenschlauch und eine Schubkarre genug Platz. So haben die Studierenden alles, was sie im Garten brauchen, immer direkt griffbereit.

Attraktiv für Bienen, Ameisen und Käfer

Schon jetzt ist der Garten bunt und vielfältig: In mehreren Gemüsebeeten hat die Gruppe im Mai bereits die ersten Gemüsepflanzen eingesetzt. Einiges wurde direkt in die Erde gesät, wie der Pflücksalat und die Möhren. Anderes, wie etwa Tomaten oder Kürbis, haben die Studierenden in ihren Wohnungen vorgezogen. Mit einem Lastenrad hat die Gruppe das Gemüse in den Garten transportiert, sodass die Setzlinge Ende Mai ins Freie umziehen durften. In den Staudenbeeten gedeihen bereits Pflanzen wie Wolfsmilch, Salbei und Oregano. Zur Auswahl haben die Studierenden sich in einer Oldenburger Gärtnerei beraten lassen. Das Ergebnis ist ein kunterbuntes Beet mit möglichst heimischen Stauden, die besonders insektenfreundlich sind. „Wir haben einige Sorten, die vor allem bei den Bienen gut ankommen, aber auch andere Insekten wie Ameisen und Käfer fühlen sich hier wohl“, erzählt Seminarteilnehmerin Charlotte Piper. Damit der Standort für Insekten noch attraktiver wird, plant die Gruppe langfristig, einen Teich als Trinkwasserquelle anzulegen. Das Know-how dazu erhalten sie in Weusmanns Lehrveranstaltung, auf deren Programm auch Exkursionen stehen – etwa in den Botanischen Garten der Universität. „Die Mitarbeitenden dort haben immer ein offenes Ohr für unsere Fragen“, sagt Piper, die im vierten Mastersemester Wirtschafts- und Rechtswissenschaften studiert. Von dort kam auch sehr handfeste Unterstützung: Auszubildende und der technische Leiter, Klaus Reis, halfen bei der Eingrenzung des CampusGartens durch Kantsteine.

Gemeinsam im Freien Zeit verbringen und beim Gärtnern produktiv sein – diese neue Möglichkeit auf dem Campus schätzen die Teilnehmenden sehr. „Es ist toll, nach zwei Jahren Corona endlich wieder andere Studierende zu sehen und gemeinsam im Grünen etwas zu erschaffen“, freut sich Piper. Für die Zukunft werden bereits eifrig Pläne geschmiedet. Neben dem Teich sollen irgendwann auch eine selbstgebaute Sitzecke aus Holz, eine Beerenhecke und eine Kräuterspirale zum Arrangement gehören. Es gibt also noch genug zu tun – ein Garten ist bekanntlich niemals fertig.

(Stand: 28.07.2022)