Aktuelles: Neue Publikationen!

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Carl von Ossietzky Universität Oldenburg 
Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur 
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Aktuelles: Neue Publikationen!

Jörn Brüggemann und Birgit Mesch (Hg.): Sprache als Herausforderung - Literatur als Ziel: Kinder- und jugendliterarische Texte und Medien als Ressource für sprachsensibles Lernen. 2 Teile. Baltmannsweiler: Schneider 2020.

"Sprachsensibler Literaturunterricht" - das klingt (zunächst) tautologisch. Doch öffnet sich mit der aktuellen Debatte um den sprachsensiblen Fachunterricht eine Chance, gerade auch für den Literaturunterricht. 

Literaturästhetische Sprachverwendung sowie Fach- und Bildungssprachlichkeit stellen Lernende mit und ohne Migrationshintergrund vor eine Herausforderung eigener Art. Sie benötigen systematische Unterstützung beim Erwerb eines spezifisch biuldungssprachlichen Registers und eine sprachsensitive Begleitung in ästhetischen Bildungsprozessen, die im Deutschunterricht höufig durch die Auseinandersetzung mit kinder- und jugendliterarischen Texten und Medien initiiert werden. 

Der Sammelband gibt einen Überblick über potenzielle Ressourcen und Anforderungen eines sprachsensiblen Literaturunterrichts und zeigt auf, welche (neueren) Texte, Medien und Methoden besondere Lernpotenziale bergen.

Jörn Brüggemann ist Professor für Didaktik der deutschen Literatur (unter Einschluss der Mediendidaktik) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Birgit Mesch ist Professorin für Deutsche Sprache und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

Thomas Boyken: Medialität des Erzählens. Die Wiederentdeckung des Buches im Roman. Göttingen: Wallstein 2020.

Gegenstand dieser Arbeit ist die Textsorte 'Roman' als Buch. Der Autor schlägt für den Roman eine mediensensible Lektüre vor, die historisch und systematisch seine spezifische Verfasstheit als Buch berücksichtigt.

Im Gegensatz zu anderen Textsorten haben sich für den Roman Darbietungskonventionen ausgebildet, die seine typographische Präsentation in den Hintergrund treten lassen. Ob der Zeilenumbruch von Thomas Manns Der Zauberberg nun an dieser oder jener Stelle erfolgt, liegt am Format der jeweiligen Ausgabe. Romane erzählen eine Geschichte, über deren schriftliche Repräsentation die Lesenden »hinweglesen« müssen, um auf den eigentlichen Kern des Kunstwerks zu stoßen. Dass es sich hierbei um eine produktions- und rezeptionsästhetische Konvention handelt, zeigt Thomas Boyken anhand zahlreicher Beispiele vom 18. bis zum 21. Jahrhundert. Denn immer wieder nutzen Romane ihre mediale Verfasstheit als Buch, um mit ihrer Buchhaftigkeit etwas zu erzählen, was nicht auf der Personen- oder Handlungsebene erzählt wird. 
Außerdem untersucht der Autor die literaturtheoretische Beschreibbarkeit dieser (typo)graphischen und buchförmigen Phänomene. Die zahlreichen Gegenwartsromane, die von der üblichen Darstellung abweichen und die Zweidimensionalität der Seite und die Dreidimensionalität des Buches nutzen, sind keine 'Romanexperimente' oder 'Spielereien' - vielmehr stehen sie in einer Tradition, die sowohl auf andere Textsorten als auch auf die Kinder- und Jugendliteratur zurückgeht. In einer sich digitalisierenden Gesellschaft zeugen diese Romane von der Wiederentdeckung des Buches im Roman.

Thomas Boyken ist Professor für Kinder- und Jugendliteratur an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

(Stand: 25.10.2020)